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Hier anhören: Schüler-Hörspiel „Zwei Seiten einer Träne“

BAD MÜNDER. Wie arbeitet an mit Grundschülern das Thema Flucht und Vertreibung auf? Wie viele seiner Kollegen stand auch Grundschullehrer Jan-Helge Güldenhöven vor der Problematik, einen Weg zur Auseinandersetzung mit dem, was neu in die Klasse gekommene Schüler erlebt haben, was Flucht für sie bedeutete, zu finden.

Für erfolgreiche Videos ist die Grundschule bekannt – jetzt erfahrt auch ein Schüler-Hörspiel große Aufmerksamkeit. Foto: Schule

Güldenhoven ließ es unter der großen Überschrift „Kinderrechte“, die die Schule im vergangenen Schuljahr intensiv beschäftigte, in die Arbeit der ehemaligen Klasse 4b einfließen. Entwickelt wurde ein Hörspiel-Projekt, und das wird an diesem Wochenende auch einem großen Publikum bekannt werden: NDR Info sendet das von den Schülern im Juni produzierte Stück „Zwei Seiten einer Träne“ am morgigen Sonntag um 14.05 Uhr im Mikado-Büchersommer-Programm.

Unter der Regie von Güldenhoven befassten sich die Schüler mit dem Schicksal ihrer Mitschülerin Skala, die vor rund drei Jahren nach ihrer Flucht aus dem Irak neu in die Klasse kam. Im Hörspiel erzählt Skala, wie es zur Flucht kam, was sie dabei erlebte und wie sie in Bad Münder von ihren neuen Mitschülern aufgenommen wurde. Die Idee, ihre eigenen Erfahrungen anderen vorzustellen, stammt dabei von Skala selbst. Die Schülerin spürte sehr wohl auch negative Stimmung, Hänseleien, Ausgrenzungen, mit der auf Flüchtlinge reagiert wurde. „Die ganze Welt soll wissen, was wir erlebt haben. Dann werden sie nicht mehr so über uns reden“, erklärte sie Schulleiter Christoph Schieb, warum sie sich in der offenen Mittagspause in den Computerraum zurückzog und ihre Geschichte aufschrieb. Dass das etwas mehr als sechs Minuten lange Hörspiel im Radio gesendet wird, ist für die Grundschüler etwas besonderes. Schulleiter Schieb ordnet es als „große Ehre für die radiobegeisterten Kinder der ehemaligen Klasse 4b“ ein und freut sich über die Ausstrahlung. Er hat bereits beobachtet, dass das Hörspiel insbesondere auch bei älteren Menschen mit eigener Fluchterfahrung, beispielsweise aus Schlesien, eine ganze besondere Wirkung erzielt. „Interessant, weil im Hörspiel kein aktueller Bezug genannt wird. Diese Zeitlosigkeit schafft ganz unterschiedliche Assoziationen.“

Interessierten stellte die Grundschule das Hörspiel auf der Schulhomepage unter www.gs-badmuender.de in der Rubrik Schülerseiten-Schulradio zum Anhören zur Verfügung. Wer nicht bis zur Radioausstrahlung warten will, kann sich „Zwei Seiten einer Träne“ auch hier über den  Download anhören. jhr



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