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HF Springe melden Drittligateam ab

SPRINGE. Die Handballfreunde Springe haben die Reißleine gezogen. In einer Mail informierte Manager Dennis Melching am gestrigen Freitagvormittag die Sponsoren, dass die Herrenmannschaft vom Spielbetrieb in der 3. Liga abgemeldet wird und beendete damit alle Spekulationen, die in den vergangenen Wochen kursierten.

Ende mit Schrecken: Die Zeit des Leistungshandballs in Springe ist vorerst vorbei. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Eine offizielle Pressemitteilung des Vereins folgte wenige Stunden später. Nach zehn erfolgreichen Jahren ist der Leistungshandball in Springe damit Geschichte. Die Mannschaft wird aufgelöst, die Springer Handball GmbH, in die der Spielbetrieb der ersten Herren ausgegliedert war, abgewickelt.

Die Abmeldung sei „auf Grund von fehlenden Alternativen unabdingbar“, schreibt Melching in seiner Mail an die Sponsoren, die der NDZ vorliegt. Und: „Leider haben wir es in den letzten Jahren nicht geschafft den Handball und unser Produkt in Springe zu vermarkten, sodass eine solide wirtschaftliche Basis geschaffen werden konnte und der Ligabetrieb dauerhaft gesichert ist. Sponsoren-Akquise, Zuschauerinteresse und Bereitschaft zur Mitarbeit sind in den letzten Jahren stetig nach unten gegangen. Sicherlich sind auch von meiner und unserer Seite Fehler gemacht worden – seien Sie aber gewiss, dass wir stets nach bestem Wissen und Gewissen für den Verein und die Mannschaft gearbeitet haben.“

Seit dem Entzug der Zweitliga-Lizenz vor zwei Jahren kriselte es bei den HF. Melching hatte nach dem Zwangsabstieg den Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben – schon in der vorigen Saison gab es allerdings finanzielle Probleme. Auch zum Ende der gerade abgelaufenen Saison, die Springe auf dem guten vierten Platz abschloss, klagten Spieler über ausstehende Gehälter. Diejenigen, deren Verträge ausliefen, suchten das Weite. Mit dem Rest – acht Spieler hatten noch Kontrakte – suchte das Management am vorigen Dienstag das Gespräch.

„Wir hätten mit einem abgespeckten Kader in die Saison gehen können – aber es wäre nicht sicher gewesen, ob wir bis zum Ende durchhalten“, sagt HF-Pressesprecher Jens Buchmeier. Als daraufhin einige Spieler, um Vertragsauflösung baten, sei die Entscheidung gefallen, so Buchmeier. „Es tut unheimlich weh.“

„Schade, dass es so gelaufen ist“, sagt HF-Vorstand Matthias Herbst, „aber man kann es den Spielern nicht antun, in die Saison zu gehen, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist.“ Ein Ende mit Schrecken also, statt eines Schreckens ohne Ende.

Das Problem seien vor allem, aber nicht nur die Finanzen: „Es gehören auch die Ehrenamtlichen dazu. Wir sind mit 300 Mitgliedern, Tendenz fallend, einfach zu klein“, sagt Herz und zieht den Vergleich in die Nachbarstadt: „Eintracht Hildesheim hat 7000 Mitglieder – Springe hat 12 000 Einwohner.“

Hart könnte der Rückzug diejenigen aus der Mannschaft treffen, die ihren Lebensunterhalt mit Handball bestreiten. Oleg Kuleshov etwa – der Coach wollte sich am Freitag zum Aus allerdings nicht äußern. Ein Trainer von seiner Qualität dürfte allerdings keine Probleme haben, einen neuen Job zu finden.

Auch die Spieler dürften bei anderen Vereinen unterkommen. Der finanzstarke Oberliga-Aufsteiger TuS Vinnhorst, der den Durchmarsch plant und bereits Nils Eichenberger verpflichtet hat, soll gleich mehreren Springer Akteuren Angebote unterbreitet haben.

Springes Handball-Spitzenmannschaft ist künftig die HSG Deister Süntel in der Regionsoberliga. Die Spielgemeinschaft mit den Handballern der TuSpo Bad Münder sei durch den Rückzug des Drittliga-Teams nicht infrage gestellt, sagt Herbst, der auch HSG-Vorsitzender ist.



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