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Herzwoche: Lebensstil-Änderung oftmals wichtig

BAD MÜNDER. 300 000 – so hoch ist die Zahl der Menschen, die in Deutschland jährlich einen Herzinfarkt erleiden. Dabei könnte die Zahl deutlich geringer sein, wenn sich das Bewusstsein für die Möglichkeiten der Prävention ändern würde.

Volles Haus, entspannter Referent: Dr. Peter Mäckel stellt Gefahren für das Herz und das Gefäßsystem vor und gibt Präventionstipps. Foto: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

In Bad Münder referierte jetzt der Leitende Arzt der Deister-Süntel-Klinik,. Dr. Peter Mäckel, über das Thema „Herz unter Stress“. Dass Mäckel einen ausgezeichneten Ruf als Referent hat, zudem das Thema immer mehr wahrgenommen wird, zeigte schon die Resonanz auf die Einladung: Kein Stuhl war mehr frei im Foyer des Martin-Schmidt-Konzertsaals, als Mäckel die großen „stillen Killer“ für das Herz und Gefäßsystem vorstellte. Mehr als 120 Zuhörer waren gekommen, zumeist jedoch in fortgeschrittenem Alter. Mäckel sah seine These bestätigt: Diejenigen, die das Thema Prävention wirklich verinnerlichen sollten, seien kaum gekommen. Dabei sei es durchaus wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen. Bluthochdruck, Diabetes und hohes Cholesterin stellte Mäckel in den Mittelpunkt seines Vortrages, und gleich beim Thema Bluthochdruck machte der Kardiologe deutlich: Nur ein kleiner Prozentsatz messe seinen Blutdruck regelmäßig und kenne ihn. „Das Problem dabei: Die Menschen kommen erst zu uns in die Praxen oder die Kliniken, wenn es eigentlich schon zu spät ist.“ Denn: Bluthochdruck wird von den Patienten lange nicht gespürt und fällt häufig erst auf, wenn er Organschäden verursacht hat. In diesem Zusammenhang riet Mäckel dazu, in jedem Haushalt ein Blutdruckmessgerät vorzuhalten und auch regelmäßig zu benutzen. „Ich weiß nicht, ob ich mit dem Rat der Medizingeräteindustrie etwas Gutes tue oder nicht, aber auf jeden Fall den Patienten.“ Sein Ansatz: Jeder sollte möglichst früh seine Risikofaktoren kennen. Bluthochdruck sei bei frühzeitiger Diagnose mit Medikamenten und einer Lebensstiländerung gut beeinflussbar.

Die Bedeutung einer bewussteren, gesünderen Lebensweise zog sich wie ein roter Faden durch die Tipps, die Mäckel seinen Zuhörern ans Herz legte. Bewegung, die Vermeidung von Übergewicht, von zuviel Alkohol und Salz im Essen gehören dazu, aber auch das Rauchen und Stress zählen noch immer zu den Risikofaktoren.

Diabetes und auch zu hohe Cholesterinspiegel sind weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen, die Mäckel näher beleuchtete. Eine beginnende Zuckerkrankheit verlaufe oftmals mit nur geringen Symptomen, könne aber bereits die Schädigung der Gefäßinnehaut der Herzkranzgefäße beschleunigen, machte er deutlich. Ausführlich ging er auch auf Fragen der Besucher ein, machte abschließend aber launig deutlich „Das Einzige, was ich heute Abend hier nicht mache, ist eine Sprechstunde.“

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