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Lüling'sche Villa, Villa von Hirschfeld und Villa Rosenfeld prägen das Harrlviertel

Herr(schaft)liche Villen für Gäste geöffnet

Bückeburg. (jaj) Gleich mehrere Villen sind am "Tag d es offenen Denkmals" in Bückeburg zu sehen. In der Herminenstraße 17f ist die "Lüling'sche Villa" oder auch "Villa Harrl" für Besucher geöffnet. Vielen Bückeburgern ist dieses Gebäude auch noch als "Hustenburg" oder "Haus Braunschweig" in Erinnerung, da die LVA Braunschweig dort nach dem Zweiten Weltkrieg ein Erholungsheim für an Tuberkulose erkrankte Kinder eingerichtet hatte.

Die palastartige Villa wurde 1876 vom Sektfabrikanten August Lüling erbaut. Er kam als Rentier nach Bückeburg und war zuvor über 30 Jahre lang Geschäftsführer und dann auch Miteigentümer der 1785 in Reims gegründeten Weinfirma Heidsieck& Co. gewesen. Ihm zu Ehren wurde dann auch die ehemalige Angorastraße in die Lülingstraße umbenannt. Der Architekt der Villa ist unbekannt, aber eine Anlehnung an die italienische Renaissance-Architektur des Palladio ist dem Gebäude deutlich anzusehen. Durch mehrere, in ganzer Höhe hervorspringende Gebäudeteile, auch Risalite genannt, werden die Fassaden der Villa gegliedert. An der Straßenseite befand sich früher mittig eine Tür, die auf die großzügige Terrasse führte, wie Claudia Grimm in ihrer Seminararbeit "Vom Nutzland zum Villenviertel. Die Entwicklung des Harrlviertels in Bückeburg bis 1918" festgestellt hat. Heute ist an dieser Stelle jedoch ein Glasvorbau mit vier Fenstern zu sehen. Von der Terrasse gelangt man über zwei Außentreppen zu einem Brunnen und einer neu angelegten Teichlandschaft, dieeinen Teil des vier Hektar großen Parks, angelegt nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten, bilden. Heute werden die Villa und ihre Nebengebäuden von den Bernd-Blindow-Schulen genutzt. Das Gebäude wurde Ende der 60er-Jahre erworben. Im April 1972 wurden die ersten Unterrichtsräume eingerichtet. "Ohne eine vernünftige wirtschaftliche Nutzung lassen sich historische Gebäude langfristig gar nicht halten", gibt Professor Hans F. W. Hübner, Präsident der zur Gruppe gehörenden Diploma Hochschule, in diesem Zusammenhang zu bedenken. Erst seit die Schule auf dem Gelände ansässig ist, wurde auch der zuvor verwilderte Park hergerichtet. Es wurden Mammutbäume aus Amerika importiert und Ginkgos gepflanzt. Eine Besonderheit ist jedoch die riesige Buche, die Besucher gleich an der Einfahrt des Geländes empfängt. Die zweite Villa kann ein paar Häuser weiter, an der Herminenstraße 15a, besichtigt werden. Die "Villa von Hirschfeld" wurde um 1893 von Oberstleutnant Otto von Hirschfeld erbaut. Das Gebäude ist von der italienischen Renaissance geprägt und als zweigeschossiger Kubus mit Sockelgeschoss errichtet. Schon von der Straße aus ist ein repräsentativer Erker mit Rundbogenfenstern zu sehen, den nach oben hin eine Balustrade abschließt. Das flach geneigte Satteldach mit Fries und umlaufender Balustrade bedeckt das Gebäude, welches durch seine Fassadengestaltung dreigeteilt wirkt. Im Erdgeschoss des Hauses befindetsich heute eine Arztpraxis, das Obergeschoss wird als Wohnraum genutzt. Die dritte Villa wurde nicht im italienischen, sondern im Schweizer Villenstil erbaut. Die "Villa Rosenfeld" besticht durch ihre mit vielen Zierelementen versehene Backsteinfassade. Sie wurde 1892 von Dr. Reinhard Weiß erbaut. Er war Leiter des Krankenhauses Bethel sowie Hof- und Brunnenarzt in Bad Eilsen. Außerdem ist ihm als Vorsitzenden des Vereins für Geschichte, Altertümer und Landeskunde des Fürstentums Schaumburg-Lippe die Entstehung des Landesmuseums zu verdanken. Nach wechselnden Besitzern, zu denen auch der Rittmeister Graf Friedrich von Schlieffen gehörte, erwarb die Familie Rosenfeld das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Tag des offenen Denkmals findet am Sonntag, 14. September, von 10 bis 18 Uhr in und um Bückeburg statt. Lüling'sche Villa: Park und Villa sowie die Mensa der Schule sind geöffnet. Villa von Hirschfeld: Das Erdgeschoss kann besichtigt werde. Es gibt Kaffee und Kuchen zugunsten der Schaumburger Landschaft. Villa Rosenfeld: Die Diele ist geöffnet. Der Eigentümer Karl-Heinz Rosenfeld steht für Erläuterungen zur Verfügung und zeigt in einer Ausstellung seine Gemälde. Infos i m Internet: www. SchaumburgerLandschaft.de




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