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Energieexperte fordert Umdenken / Vom Angstszenario der großen Energiekonzerne

Hermann Scheer: "Wozu brauchen wir E.on?"

Stadthagen (jcp). Wenn die Menschheit die Energiefrage in den Griff bekommen will, muss sie umdenken - und zwar auf mehreren Ebenen. Bei einem Vortrag in der Volkshochschule stellte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Energieexperte Hermann Scheer mitunter provozierende Fragen.

Hermann Scheer. Foto: jcp

Scheer ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen zum Thema "Energie" und hat für seine Arbeit bereits Auszeichnungen wie den alternativen Nobelpreis erhalten. In der Volkshochschule Stadthagen referierte er zu den Themen Klimawandel und Ressourcenknappheit. Die Kernfrage laut Scheer: Warum schwenken die großen Energiekonzerne nicht um, obwohl offensichtlich sei, dass die Nutzung der bisherigen Energiequellen sowohl unsere Welt zerstöre als auch aufgrund ihrer natürlichen Begrenztheit den gewaltigen Bedarf der Zukunft nicht decken können werde? So werde der Pro-Kopf-Energieverbrauch Chinas und Indiens mit steigendem Wohlstand dieser Länder um ein vielfaches wachsen. Strommultis wie Vattenfall aber auchÖlkonzerne wie BP und Shell bezeichnete Scheer als "Gefangene ihrer eigenen Investitionskette". Wer zum Beispiel Millionen in eine Pipeline stecke, könne es sich nicht leisten, "dass da auf einmal nur noch die Hälfte durchfließt". Das Angstszenario der Konzerne brachte der Experte mit dem Beispiel der Stadt Emden auf den Punkt, wo bereits jetzt 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen würden -"und zwar über unabhängige Stadtwerke." Ein Umdenken müsse nicht nur von herkömmlichen Energiequellen hin zu einem Energiemix aus Wind, Sonne und Biogas stattfinden, sondern auch bei bisherigen Besitz- und Verteilungsstrukturen. Auf die Frage aus dem Publikum, wie man denn nun zum Beispiel E.on dazu bringen solle, in Zukunft auf Windräder und Solarzellen zu setzen, antwortete Scheer: "Wozu brauchen wir E.on? Warum sollen ausgerechnet die prädestiniert sein, Solaranlagen zu bauen?Jeder Technik produzierende Betrieb hat da mehr Know-how."



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