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Aronia-Beeren sind voller Vitamine

Herbes Früchtchen

Entfernt erinnert sie an Heidelbeeren, aber je mehr man sich dem Strauch nähert, umso klarer wird es: Hier wachsen Apfelbeeren (Aronia).

Zurzeit reifen die Aronia-Beeren aus. Zum Rohverzehr eignen sie sich aufgrund ihres hohen Bitterstoffgehalts nicht, wohl aber dienen sie als Zutat für leckere Marmeladen und Chutneys. Foto: ey

Autor:

Jens F. Meyer

Spätestens die rohe Verkostung wird Zeugnis davon ablegen, dass es unmöglich Heidelbeeren sein können, die hier prall und dunkel in Trauben von den Ästen hängen. Roh sind Aronia-Beeren aufgrund des hohen Gehalts an Gerbstoffen eher weniger zu empfehlen.

Von den dunkel-violetten Dolden können Gärtner dennoch kaum genug bekommen, wenn sie erst einmal auf den Geschmack gekommen sind. Denn in Verbindung mit süßen Früchten wie etwa Ananas oder Pfirsich lassen sich aus Aronia-Beeren herausragende Marmeladen kochen. Mit allerlei Kräutern, Kürbis und Birne oder Apfel und weiteren Ingredienzen entstehen aus Aronia-Beeren, deren Erntezeitpunkt normalerweise im August ist, aufgrund des sehr warmen Sommers in diesem Jahr aber schon jetzt bevorsteht, zudem leckere Chutneys. Noch vor zehn Jahren war der Obststrauch in Deutschland selten anzutreffen. Es dauerte eine Weile, bis er sich seinen Raum in den heimischen Gärten zu nehmen wusste. Johannis-, Him- oder Stachelbeeren sind eben allesamt Klassiker; die verdrängt man nicht so einfach, schon gar nicht mit einem herben, fast bitteren Rohgeschmack. Aber was lange währt, wird endlich gut, sagt der Volksmund. Auf die Aronia-Beere trifft das unumwunden zu.

Über Russland und Osteuropa soll sie vor über 100 Jahren nach Westeuropa gelangt sein, aber über viele Jahrzehnte fristete die Aronia hier nur ein Schattendasein. Noch heute ist sie weniger beliebt als süße Früchte, aber nach und nach holt sie auf. Ein Blick auf die guten Eigenschaften von Pflanze und Ertrag reicht, um zu verstehen, warum ihr Beliebtheitsgrad steigt und steigt.

Da sind zum Beispiel die Vitamine. Die Beere enthält A, B2, K und C, besitzt zudem einen hohen Anteil an Flavonoiden. Ihnen werden antioxidative Wirkungen zugesprochen, was bedeutet, dass sie zum Schutz der menschlichen Zellen vor freien Radikalen beitragen können, die im Körper beispielsweise durch Zigarettenrauch entstehen. In Russland und Polen ist die Aronia-Beere deshalb sogar als Heilpflanze anerkannt. Es gibt noch keine eindeutigen Belege dafür, dass Aronia spezifische Gesundheitswirkungen zum Beispiel auf Herz-Kreislauf oder Bluthochdruck hat, sie wird allerdings immerhin mit Hagebutte, Schlehe und Weißdorn auf eine Stufe gestellt.

Der Strauch wird bis zu zwei Meter hoch. Im Handel werden verschiedene Sorten angeboten. Von Schädlingen werden die Gehölze und Früchte nicht heimgesucht. Auch an den Boden stellen Aronia-Beerensträucher nur geringe Ansprüche. Ein Platz an der Sonne oder im Halbschatten genügt vollkommen, damit die Beeren bis zum Höhepunkt ausreifen können.



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