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Lösekrug-Möller gewinnt den Wahlkreis / Ob Thul (CDU) in den Bundestag einzieht, ist ungewiss

Herbe Verluste auch für die Siegerin

Hameln-Pyrmont (wul). Erneut heißt die Gewinnerin des Wahlkreises 47 Gabriele Lösekrug-Möller, doch die Verluste der Sozialdemokratin im Vergleich zum Jahr 2005 sind herbe: Nach 50,23 Prozent erhielt sie gestern Abend nur noch 39,6 Prozent der Erststimmen. Auch mit ihrer Zweitstimme hielten sich die einstigen SPD-Wähler zurück: Vor vier Jahren wählten noch 47,39 Prozent der Hameln-Pyrmonter und Holzmindener die Sozialdemokraten, jetzt waren es 33,35 Prozent (minus 14,04 Prozentpunkte).

Für die Sozialdemokraten, die es gewohnt sind, den Wahlkreis direkt zu gewinnen, wurde der Blick auf die Wahlbezirke gestern außergewöhnlich spannend – bis gegen 20 Uhr feststand, wie die 197 394 Hameln-Pyrmonter und Holzmindener in den 36 Bezirken gewählt haben. Mit einem Vorsprung von 6056 Stimmen verwiesen die Wähler den Christdemokraten Hans Peter Thul auf den zweiten Platz. Zweifel an Lösekrug-Möllers Einzug in den Bundestag hatte es ohnehin nicht gegeben: Sie war über ihren Listenplatz sechs abgesichert.

Gewinner des Wahlkreises und trotzdem großer Verlierer – das Wahlergebnis „ist bitter für die SPD“, erklärte Lösekrug-Möller am Abend bei der Dewezet-Wahlparty. Für die SPD auf Bundesebene lohne sich jetzt ein Blick ins Weserbergland, wenn es an die Analyse der Ergebnisse gehe, gab die Sozialdemokratin zu verstehen. Ihre Begründung: „Wir schaffen es, diesen Landkreis gegen den Strom zu gewinnen.“

Zufrieden mit dem Wahlausgang auf Bundesebene und letztlich auch mit dem eigenen Abschneiden zeigte sich Hans Peter Thul (CDU). „Wir haben einen sehr engagierten, inhaltlichen Wahlkampf geführt“, machte er den Grund für den Wahlsieg aus. Vor Ort allerdings werde man sich fragen müssen, ob die drängenden Probleme nicht genügend kommuniziert worden seien.

Deutlichste Siegerin im Wahlkreis, gemessen am Zuwachs bei den Erststimmen ist Jutta Krellmann von den Linken (+4,07 Prozentpunkte), gefolgt von Dr. Marcus Schaper von den Grünen (+3,33 Prozentpunkte) und der Liberalen Martina Tigges-Friedrichs (+2,73 Prozentpunkte). Krellmann hat gute Chancen, künftig in Berlin auf die Genossin Lösekrug-Möller zu treffen. Krellmann ist auf der Landesliste auf Platz fünf platziert und rechnet wie folgt: „Wenn die Linken in Niedersachsen über acht Prozent erzielen“, schaffe sie den Einzug in den Bundestag. Und „wenn Krellmann die Südumgehung voranbringen will“, stellte Lösekrug-Möller für eine rot-rote Zusammenarbeit in Aussicht, sehe sie persönlich kein Problem darin, sich auch mit der Vertreterin der Linken gemeinsam für den heimischen Wahlkreis stark zu machen. Ob auch der Christdemokrat Thul als dritter im Bunde noch über die Landesliste wieder den Weg nach Berlin antreten kann oder nicht länger Bundestagsabgeordneter ist, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Ähnlich dem Bundestrend sank auch in den beiden Landkreisen die Wahlbeteiligung erneut: Nach 78,85 Prozent vor vier Jahren machten diesmal nur 72,53 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Insgesamt waren es 143 177 Männer und Frauen.




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