×
Abgeordnete: Auf die Eltern hören

Helmhold: Start der IGS Rodenberg in einem Jahr

Bad Nenndorf (rwe). Wenn die Eltern das wollen, dann wird Rodenberg zum nächsten Schuljahr eine Integrierte Gesamtschule bekommen. Diese Ansicht vertritt die Schaumburger Landtagsabgeordnete der Grünen, Ursula Helmhold aus Rinteln. In einem Pressegespräch im Nenndorfer Rathaus warf sie der CDU/FDP-Landesregierung vor, die Einführung dieser von vielen Familien favorisierten Schulform gezielt zu blockieren und zu verzögern.

Ihre Worte zur Gesamtschulpolitik der Landesregierung wählt Helmhold mit Bedacht. "Ja, hier lässt sich schon von Schikane sprechen", sagt sie mit Blick auf die Hürden, die im neuen Schulgesetz errichtet worden seien, um zu verhindern, das die Kommunen mehr Gesamtschulen einführen können. Ohne diese Blockade "wären wir hier in Schaumburg schon dieses Jahr soweit". Seine Forderung, der Jahrgang müsse mindestens fünfzügig sein, müsse das Land dringend streichen. "Der Passus hält auch vor keinem Gericht stand, wenn jemand dagegen klagt", glaubt Helmhold. Sie fordert, bei der Wahl der Schulform dem Willen der Eltern zu entsprechen und "nicht irgendetwas zu verordnen". Nirgends in Niedersachsen seien so viele Bewerber abgelehnt worden wie an der IGS Schaumburg. Bleibt das Interesse so groß, werde der Landkreis auch in Rodenberg eine IGS einrichten. Innerhalb der Schulen sieht sie keine Schwierigkeiten, dass die Kollegien ihr Unterrichtskonzept verändern. Die IGS habe einen guten Ruf, könne die anderen Schulen im Kreis befruchten. "Die Eltern dort sind überzeugt von der guten Qualität." Ohnehin sind nach ihren Worten viele Lehrer schon lange auf dem Weg. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft gehöre zu den größten Fürsprechern. Die Situation an den Schulen war ein Bestandteil des Gesprächs mit Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese, den Helmhold auf ihrer Sommerreise besucht hat. Dieser sprach auch die wachsende Zahl an hilfsbedürftigen Familien an und informierte über die Hilfsfonds, die der Nenndorfer Rat beschlossen hat und auf die die Kindergärten oder Grundschulen unbürokratisch zurückgreifen können. Helmhold verwies darauf, dass sich das Land auf Initiative ihrer Partei einen Sozialfonds eingerichtet hat und sich an diesen Ausgaben beteiligt. Allerdings sei offen, ob die Regierung diese Hilfe auch 2009 anbiete - für die Grünen-Politikerin ein Muss. Viele Familien seien "arm trotz Arbeit". Das Einkommen reiche nicht mehr aus, um die täglichen Ausgaben zu decken. Viele Kinder säßen mit knurrendem Magen im Unterricht, weil sie ohne Pausenbrot bleiben. "Ein Mittagessen kostet mindestens 2,50 Euro, aber derVerpflegungssatz ist gerade 2,53 Euro für den ganzen Tag." Die Erhöhung des Kindergeldes helfe nicht, weil dieses den Hartz-IV-Empfängern wieder abgezogen wird. "Bildung muss kostenfrei für alle sein", fordert Ursula Helmhold. Das sollte schon beim Material für die Grundschule anfangen. Wie teuer das ist, ermittelte die Politikerin im Selbstversuch. Sie ging mit der Liste ins Geschäft, am Ende summierten sich die Ausgaben nach ihren Worten auf 110 Euro.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt