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Heiraten auf der „Star Trek“-Brücke in Bakede?

BAD MÜNDER. In einer Paradiesscheune, auf einem idyllisch gelegenen Gutshof, im Museum sowie im Jagdschloss – Springe hat Heiratswilligen neben dem alten Rathaus jede Menge Alternativen für die Trauung zu bieten. Anders sieht es in Bad Münder aus.

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Autor:

Mira Colic

Hier gibt es „nur“ das Trauzimmer im Steinhof. Dabei bietet Martin Netter sein „Star Trek“-Imperium in Bakede schon seit Jahren als Trauort an.

Netter hat mit 150 000 Exponaten, die er teilweise nach der Auflösung der Paramount-Studios erstanden hat, die weltweit größte „Star Trek“-Sammlung. Das Zukunftsforum Bakede-Böbber-Egestorf hat sich die Räume vor einem Jahr angeschaut und die Mitglieder um Ortsbürgermeister Rolf Wittich waren sich einig: Das muss für die Selbstdarstellung des Ortes genutzt werden. Und was läge da näher, als heiratswütige „Star Trek“-Fans nach Bakede zu holen? Allerdings sei die Stadt weniger begeistert gewesen, so Netter.

Aber Wittich ist sich sicher, Bürgermeister Hartmut Büttner umstimmen zu können. Erst müssten aber die baulichen Gegebenheiten in der alten Stuhlfabrik angepasst werden. Das Konzept gebe es schon, aktuell sei Architekt Peter Nehmann beauftragt, die Pläne zu erstellen. „Wir haben mit dem Landkreis gesprochen und dort war die Begeisterung groß“, sagt Wittich und fügt hinzu: „Als Alleinstellungsmerkmal für den Ort darf solch eine Chance gar nicht ungenutzt gelassen werden.“ Er erwartet, dass Paare aus ganz Deutschland das Angebot nutzen würden. Kraft seines Amtes könnte Bürgermeister Hartmut Büttner die „Star Trek“-Brücke ohne Ratsbeschluss widmen. „Wäre doch toll, wenn Büttner die Paare dort auch selbst trauen würde“, scherzt Wittich.

Standesbeamtin Anke Schmidtchen wägt ab. Die Situation in Bad Münder sei mit zwei Halbtagskräften im Standesamt eben eine andere als in Springe. „Wir können alleine zeitlich nicht so viel leisten wie die drei Kollegen in der Nachbarstadt.“ Dabei versuche man bereits alles, um die Wünsche von Paaren, die außerhalb der regulären Zeiten (montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr) heiraten möchten, zu erfüllen.

Schmidtchen erinnert sich, dass es vor Jahren mal Überlegungen gegeben habe, ein zweites Trauzimmer zu finden. Allerdings sei dies einfach am Fehlen passender Räumlichkeiten gescheitert. So sei etwa das Museum am Wettbergschen Adelshof aufgrund der zu kleinen Räume verworfen worden, außerdem sei es dort mit den Öffnungszeiten schwierig, weil die Mitglieder des Vereins dann immer aufschließen müssten. „Und wir haben eben kein Schloss, das sich anbieten würde“, so Schmidtchen. Der Weg zum Nordmanns- oder Süntelturm sei beschwerlich und bei den Restaurants wolle man auch keins bevorzugen. Seitens des Gesetzgebers gibt es nur den unbestimmten Rechtsbegriff, der Trauort solle „würdig“ sein. Seit 2009 darf sogar unter freiem Himmel geheiratet werden – sofern es in unmittelbarer Nähe für schlechtes Wetter eine Ausweichmöglichkeit gibt.

Grundsätzlich sei man bei der Stadt aber bereit, über Alternativen nachzudenken, wenn Angebote kämen. Diese seien im Einzelfall zu prüfen. Generelle Bestimmungen gebe es nicht, „es müsse „würdig“ sein, so Schmidtchen, die gerade mit ihrer Kollegin Heike Fischer Hochsaison hat. Denn traditionell liegt die Hochzeit für Hochzeiten von Mai bis September.

Allerdings gebe es seitens der Paare aber auch nur wenige Nachfragen nach einer Alternative. Das Trauzimmer mit seinen 22 Sitzplätzen werde gut angenommen. 60 Trauungen gab es dort im vergangenen Jahr, neun mehr waren es 2014. Dies sei eine normale Schwankung, beruhigt die Standesbeamtin. Dass die Zahl generell abnehme, sei ja ein deutschlandweiter Trend. Genauso wie die Tatsache, dass die Trauwilligen älter werden. „Die Paare sind heutzutage in der Regel Ende 20 oder Anfang 30. Und natürlich noch älter, wenn es nicht die erste Hochzeit ist.“



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