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Gut besuchtes "Literarisches Kabinett" / Vorzeigeprojekt der Kulturszene

Heinrich Heine - Vater der modernen deutschen Prosa

Luhden (sig). Was war er nun wirklich - der Heinrich Heine? Patriot, Schwärmer, Romantiker, Revolutionär, Frauenliebhaber? Vermutlich von allem etwas. In jedem Fall war er in der Lage, dem Leben die schöneren Seiten abzugewinnen. Für die Nachwelt bleibt er einer der größten Meister der deutschen Sprache. Das machte auch das "Literarische Kabinett" des Heimat- und Kulturvereins deutlich, das sich Dienstagabend im Luhdener Kirchenzentrum mit Heine befasste.

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Man kann sogar noch von einem echten lokalen Bezug sprechen, denn sein Großvater stammt aus Bückeburg. Das Wechselspiel zwischen den drei Rezitatoren Friedrich Winkelhake, Lutz Gräber und Dieter Gutzeit ist vorbildlich. Die Absprachen funktionieren. Jeder trägt seinen Teil dazu bei und hat sich entsprechend vorbereitet. So entwickelt sich diese Veranstaltungsform zu einem Vorzeigeprojekt der heimischen Kulturszene. Ein Vorzeigedichter wiederum ist der in Düsseldorf als Sohn jüdischer Eltern geborene Heinrich Heine. Er kam erst auf Umwegen zum Schreiben. Seinen beruflichen Lebensweg begann er als Kaufmann, scheitete aber mit seinem Geschäft und studierte Jura. Diese trockene Materie löste aber auch keine Begeisterung bei ihm aus. Schließlich wurde er Journalist - ein Mann der kritischen Feder, der sich nicht nur Freunde schaffte. Heine wollte politische Veränderungen. Europa sollte demokratischer werden, an der Spitze sein deutsches Heimatland. Die Gratwanderung zwischen Poesie und Politik und seine Enttäuschung über die ausbleibenden Ergebnisse der Revolution trieben Heine so weit, dass er Deutschland verlassen musste und nach Paris zog, wo er bis zu seinem qualvollen Tod lebte. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. Im "Dritten Reich" wurden sie verboten und verbrannt. Das berühmte Loreley-Lied erschien damals in den Lesebüchern mit dem Zusatz "Dichter unbekannt". Obwohl er selbst kein Instrument spielte, war Heine ein Freund der Musik, schrieb als Feuilletonist Kritiken und verfasste eine Fülle von Liedtexten, die von namhaften Komponisten vertont wurden. Eingestreut in die Rezitationen des "Literarischen Kabinetts" waren Frühlingslieder. In der Pause gab es, von Günther Bergmann zubereitet, eine Mockturtlesuppe, die zu Heines Lieblingsspeisen gehört haben soll.



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