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Nach erfolgter Umstrukturierung bewegt sich Hosenhersteller wieder "im ordentlichen Terrain"

Heinecke& Klaproth: Die Hose sitzt wieder

Bückeburg (rc). Der Bückeburger Hosenhersteller Heinecke& Klaproth befindet sich wieder "im ordentlichen Terrain" . Nach der inzwischen erfolgten Teilverlagerung der Hosenproduktion in das osteuropäische Ausland sowie dem Abbau von 40 der 150 Arbeitsplätze erwartet Geschäftsführer Peter Klaproth in diesem Jahr positive Zahlen für das Unternehmen. Das sagte der Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Im Mai des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen die Umstrukturierung angekündigt und in den vergangenen Monaten auch vollzogen. Ursprünglich sollten sogar 50 Arbeitsplätze abgebaut werden. Ob die weiteren zehn noch folgen, ließ Klaproth offen: "Das hängt von der weiteren Entwicklung ab." Es köne sein, "derzeit wissen wir es nicht". Klaproth bestätigte, dass derzeit Leiharbeiter im Unternehmen arbeiten, allerdings nur für zwei längerfristig Erkrankte des Stammpersonals. Nachdem wegen der Entlassungen und Umstrukturierungen erhebliche Unruhe im Betrieb war, hat sich die Situation nach Einschätzung Klap roths inzwischen beruhigt. Viele Mitarbeiter würden wieder sagen, dass sie "gerne bei uns arbeiten". Zur Unruhe mit beigetragen hatten unter anderem Änderungen der Arbeitsverträge wie Verlängerung der Arbeitszeit, Arbeitszeitkonten oder Kürzungen von Sonderzahlungen. Das Unternehmen habe sich dadurch allerdings "eine Flexibilität geschaffen", die etwa zum prompten Erledigen von Spezialaufträgen unabdingbar sei: "Wir mussten es so machen, auch wenn wir uns nach wie vor auf die Fahne schreiben, ein Familienunternehmen mit besonderer Sozialkompetenz zu sein." Als neue Produktionsstätten wurden Betriebe in Rumänien, Polen und Bulgarien gewonnen. Sie stellen rund die Hälfte der derzeit noch produzierten Hosen her. Der Standort Bückeburg wurde in den vergangenen Monaten stärker als bisher vom Produktions- zum Logistik- und Vertriebsstandort umgewandelt. Die im Ausland produzierten Hosen werden hier letzten Qualitätskontrollen unterzogen, ehe sie an die Händler weitervertrieben werden. Außerdem werden Jeans und Baumwollhosen aus Tschechien über Bückeburg vertrieben. Bis zum Mai des vergangenen Jahres war "m.e.n.s. Heinecke& Klaproth" einer der letzten Hersteller Deutschlands, der seine gesamte Produktion im Inland, in Bückeburg, fertigen ließ. Allerdings konnte das Unternehmen dem stetigen Kostendruck nur noch durch die Umstrukturierung begegnen. Hinzu kam, dass das Kerngeschäft - die Produktion und Verkauf der klassischen City-Hose aus hochwertigem Material und dehnbarem Bund (Mobil Elasto) - rückläufig war: von 250 000 auf zuletzt nur noch 200 000 Stück. Klaproth: "Seit fünf bis sechs Jahren geht der Trend weg von der klassischen City-Hose." Mit der Mischkalkulation von Produktion im Aus- und Inland sowie den Anstrengungen im Vertriebssektor sei nun positives Terrain erreicht worden. Dem Trend begegnet Heinecke& Klaproth auch dadurch, indem das Unternehmen die klassischen Modelle verfeinert und behutsam Modetrends angepasst hat. "New Classic" nennt sich zum Beispiel das Modell, mit dem das Familienunternehmen Terrain zurückerobert hat: andere Stoffe, andere Verarbeitung und eine neue Innengestaltung der Taschen. An der Qualität wurde nichts verändert: "Wir sind im oberen Segment unterwegs, wir müssen unverwechselbar sein." Entgegen kommt dem Unternehmen derzeit ein neuer Trend, der sich mehr und mehr ausbildet: hin zu bequemer Kleidung. Es gebe ein "Bedürfnis nach mehr Bequemlichkeit", das sich vor allem aus dem Tragen von Sportbekleidung begründet. Die Kleiderordnung in Deutschland sei dadurch lockerer geworden, nicht immer nur Jeans oder aber ein Anzug, der inzwischen oft als zu formell gesehen wird. "Dazwischen haben wir uns eingeordnet", wie es Chefdesignerin Karin Laible formulierte: chice Hose kombiniert mit Hemd und/oder Pullover. Große Hoffnung setzt das Unternehmen zudem auf die kürzlich vorgestellte Hose "Airborne" (wir berichteten): "So etwas hat uns keiner zugetraut." Sie sei in der Fachwelt sehr positiv aufgenommen worden, die das Modell als "Differenzierungsmodell" sieht, mit dem man sich von anderen Marken abheben könne. Im kommenden Herbst wird die "Airborne" strukturiert an die Händler gegeben. Dass das Modell erst 2009 erhältlich ist, liegt an den langen Vorlaufzeiten der Modebranche. Während jetzt die Herbst- und Wintermode verkauft wird, wird schon an der Frühjahrs- und Sommermode geschneidert, während Einkäufer, Vertreter und Produktion bereits dabei sind, Stoffe und Design für die Herbst- und Wintermode 2009 einzukaufen.




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