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1200 begeisterte Fans feiern LaBrassBanda – Fünf Oberbayern rocken das Capitol

Heilig’s Blechle – das ist der pure Wahnsinn

Die typischen Harmonieinstrumente haben sie draußen gelassen, denn wenn Sänger und Trompeter Stefan Dettl, Posaunist Manuel Winbeck und Tubist Andreas Hofmeier ins Blech blasen, hat das irgendwie nichts mehr mit typischer bayrischer „Blosmusi“ zu tun. Mit gefühltem dreifachen Tempo rockt man zurzeit so ziemlich jedes Zelt, lässt sogar die heißesten Rockfans auf dem Roskilde-Festival austicken.

Barfuß und in Lederhosen vereint das Dreiergestirn die unterschiedlichsten Musikstile zu einem tanzbaren Mix aus Ska, Polka, Techno und Landler. Für den Rhythmus sorgen noch Schlagzeug und ein treibender Bass.

Das Dettl dem Publikum überwiegend bayrische Texte um die Ohren haut, stört an diesem Abend keinen sonderlich. „Wir wollen keine Botschaften verbreiten, und wenn einer den Text nicht so richtig versteht, ist das nicht weiter tragisch. Erst kommt die Musik, die Texte entstehen einfach so“, erklärte Dettl in einem Interview.

Kurz vor 21 Uhr betritt als erster Musiker Schlagzeuger Manuel da Coll die Bühne und läutet zusammen mit Bassist Oliver Wange mit einem selbst komponierten Intro die schweißtreibende Show ein.

Tubist Andreas Hofmeier ist Universitätsprofessor in Salzburg,

Danach geht’s mit einem Höllentempo auf die „Autobahn“ – die brutale Wucht des Blechs trifft ohne Vorwarnung das Publikum. Aus den Schalltrichtern strömt der pure Treibstoff – Blech ist Trumpf – ohne Wenn und Aber.

Tubist Andreas Hofmeier leistet Schwerstarbeit an der Tuba – leicht ist der Riesenschalltrichter sicher nicht zu schleppen – vielleicht ist der Song „Tubissimo“ so auch als Hommage an den harten Bühnenarbeiter zu verstehen.

Alle Mitglieder haben ihr Handwerk von der Pike auf gelernt, kennen sich vom Musikstudium am Konservatorium. Ausschließlich Klassik war ihnen zu langweilig – darum wollten sie mit ihrer Musik „das kalkulierte Chaos“ pflegen –, was ihnen auch letztendlich gelang.

Mit ihrem einzigartigen Sound bläst man zudem sämtliche Genregrenzen über den Haufen. Das hat sicher auch zur Folge, dass die Konzerte von LaBrassBanda generationsübergreifend besucht werden.

Es war ein ganz besonderer Abend – etwas Außergewöhnliches, denn fünf Bayern ließen nicht nur die Bleche glühen, sondern auch 1200 Musikherzen.




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