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Fahrradkarawane strampelt aber zum Esperanto-Weltjugendkongress

Hehres Ziel Lissabon nach Unfall verfehlt

HAMELN. Schon immer waren Lars Sözüer und Christine Brücker aus Duisburg begeisterte Radfahrer.

Am Morgen geht es weiter: Familie Sözüer/Brücker verabschiedet sich von ihrer Gastgeberin Waltraut Brümmer. FOTO: Heinz-Wilhelm Sprick/PR

Und auch ihre Töchter Alina und Melanie haben sie dafür begeistern können. Außerdem sprechen sie die internationale Sprache Esperanto. Die beiden Töchter haben sie sogar als zweite Muttersprache innerhalb der Familie gelernt und auf Esperanto-Treffen Freunde aus der ganzen Welt gefunden. Was liegt da näher, als beides miteinander zu verbinden?

Es entstand die Idee, eine Radtour zum Esperanto-Weltkongress in Lissabon zu planen und dabei auch etwas für das Radfahren und Esperanto zu werben. Es ist nicht das erste Mal, dass sie eine Radtour zu einem Esperanto-Treffen machen. Alle sind Mitglieder in der BEMI, der „Biciklista Esperanto Movado Internacia“, der internationalen Esperanto-Radfahrer-Vereinigung, und Lars hat bereits mehrere Karawanen organisiert. Und besonders das hellblau-grün-weiße Radfahrer-Trikot von BEMI fällt dabei allen gleich ins Auge.

In Berlin ging es los. Tochter Alina, die nun in Berlin wohnt, konnte zusammen mit anderen Esperanto-Sprechern aus Berlin die Gruppe leider nur bis zum Stadtrand begleiten, da sie sich dann weiter dem Studium widmen musste. Aber Melanie ist die ganze Strecke mit dabei – und auch Hund Najeli im Fahrradanhänger.

Lars mit Hund Najeli im Anhänger auf dem Weg nach Bensen. FOTO: Heinz-Wilhelm Sprick/PR
  • Lars mit Hund Najeli im Anhänger auf dem Weg nach Bensen. FOTO: Heinz-Wilhelm Sprick/PR

Unterwegs wollten sie bei Esperanto-Freunden übernachten, und die Strecken zwischen den einzelnen Gastgebern musste es dann auch mal im Zelt sein. Als die Anfrage für ein Treffen kam, war auch die Esperanto-Gruppe Hameln gleich begeistert. Denn Christine war nicht das erste Mal in Hameln. Bereits 2015 half sie der Hamelner Gruppe und leitete die Teestube beim Deutschen Esperanto-Kongress, der in Hameln stattfand.

Von Berlin ging es in Etappen zunächst in die Esperanto-Stadt Herzberg und von dort weiter nach Hameln. Von Bodenwerder her kommend begrüßten die Gruppe an der tünderschen Mühle Horst Maler und Hans-Georg Kunz vom ADFC Hameln und Heinz-Wilhelm Sprick von der Esperanto-Gruppe. Gemeinsam ging es weiter nach Hameln. Heinz-Wilhelm Sprick begleitete sie dann weiter nach Bensen, wo ihre Gastgeber Waltraut und Klaus Brümmer sie in Empfang nahmen und der Erdbeerkuchen besonders gut schmeckte. Am Abend kamen dort noch einige Mitglieder der Esperanto-Gruppe zusammen und es kam zu einem regen Austausch über das Projekt. Gut gestärkt fuhren sie dann am nächsten Morgen in Begleitung von zwei weiteren Mitgliedern des ADFC weiter in Richtung Horn-Bad Meinberg.

Nach einem Zwischenstopp in ihrer Wohnung in Duisburg ging es dann weiter durch die Niederlande, Belgien und Frankreich bis nach Spanien. Immer wieder mussten Berge und Hügel bezwungen werden und am Ende machte ihnen besonders die Hitze zu schaffen. Bei Temperaturen von über 40 Grad zogen sie es vor, frühmorgens und abends zu fahren und mittags eine Ruhepause einzuhalten. Und leider konnten sie ihr eigentliches Ziel Lissabon nun doch nicht erreichen, denn ein Unfall mit Untersuchung im Krankenhaus und Fahrradreparatur brachte den Zeitplan gehörig durcheinander. Zum Glück konnte Christine die Fahrt fortsetzen, aber durch die verlorene Zeit entschieden sich alle, nicht mehr nach Lissabon zu fahren, sondern etwas geruhsamer zu ihrem zweiten Ziel, dem Esperanto-Weltjugendkongress in Badajoz in Spanien (an der portugiesischen Grenze).

Mittlerweile sind sie nach 55 Tagen und 3339 Kilometern dort angekommen und können den Jugendlichen aus aller Welt, die am Kongress teilnehmen, von ihrer etwas anderen und ungewöhnlichen Art eines Familienausflugs, von ihren freundlichen Gastgebern, berichten. Und Lars und Christine veröffentlichen ihre Erlebnisse nach und nach im Blog auf der Seite bemi.tejo.org/vokovo.

Wer sich in Hameln für Radfahren und Esperanto interessiert, kann sich gern informieren unter adfc-hameln.de und esperanto.de/hameln.red



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