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Säckeweise werden Naturkorken gesammelt / Rettung von Tierarten als Ziel / Dämmgranulat wird hergestellt

Heeßens Schulkinder setzen sich für die Umwelt ein

Heeßen (sig). Was viele völlig achtlos in den Mülleimer werfen, das wird in der Grundschule Heeßen seit geraumer Zeit säckeweise gesammelt und einer nützlichen Verwendung zugeführt. Die Rede ist von Flaschenkorken, die aus der Rinde der Korkeichen hergestellt werden. Zahlreiche Kinder bringen sie von daheim und befolgen damit die Anregung einer sehr umweltbewussten Lehrkraft.

An dieser kleinen Ausstellung im Schulflur können sich die Kinde

"Natürlich sammeln wir keinerlei künstlich hergestellte Verschlüsse, die leider von Jahr zu Jahr zunehmen", erklärte Lehrerin Prisca Rüssau unserer Zeitung. Sie engagiert sich im Naturschutzbund und berichtet uns, dass durch die wachsende Produktion an Kunststoffkorken der Fortbestand der artenreichen spanischen und portugiesischen Korkeichenwälder bedroht ist. Wenn diese Entwicklung so anhalte, versicherte die Pädagogin, dann sei eines nicht mehr fernen Tages mit dem Zusammenbruch der Korkwirtschaft zu rechnen. Die lichten Kork- und Steineichenwälder seien zudem der bevorzugte Lebensraumdes spanischen Kaiseradlers, des Schwarzen Milans, der Turteltaube und des Wiedehopfs. Dort würden allein über 50 000 Kraniche aus Mittel- und Nordeuropaüberwintern. In einer kleinen Ausstellung im Flur der Heeßer Schule wird den Kindern deutlich gemacht, wofür sich das natürliche Produkt Kork weiterverwenden lässt. Die Ausstellungsstücke kommen von der Behindertenwerkstatt aus Stadthagen. Sie holt das Sammelgut säckeweise ab. Dort werden die Korken zerkleinert und zu dicken Dämmplatten in Wandstärke verarbeitet - zusammen mit Lehm und Stroh. Gezeigt werden außerdem Einlegesohlen, die aus Kork gepresst werden. An einem Karton voll zerschredderter Korken steckt eine Karte mit dem Hinweis: "Fühl mal, wie gut ich wärmen kann!" Dank dieser speziellen Aktion des Naturschutzbundes, die auch von der Umweltlotterie des NDR unterstützt wird, sind bereits große Mengen dieses leichtgewichtigen Naturproduktes gesammelt worden. Gemeinsame Zielsetzung aller Sammelstellen ist, damit 32 000 Kubikmeter des ökologisch wertvollen Dämmgranulats für den Hausbau herzustellen, das nicht verrottet und dazu auch noch einen guten Schallschutz bietet.

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