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FDP-Bildungspolitiker plädiert für gegliedertes Schulsystem

Hauptschule wettbewerbsfähig machen

Landkreis (han). Hans-Werner Schwarz hat sich in einem Referat für die Stärkung des dreigliedrigen Schulsystems ausgesprochen. Das Modell der Gesamtschule kommt für den schulpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion nur als Angebotsschule, nicht aber als Regelschule in Frage. Zu dem Vortrag eingeladen hatte der FDP-Kreisverband.

Hans-Werner Schwarz. Foto: pr.

Schwarz ließ keinen Zweifel daran, welches Schulsystem das Optimale ist. Auch in Zukunft wolle man das gegliederte System unterstützen, da es am besten geeignet sei, die Stärken der Schüler zu fördern. Es sei eine Illusion, dass die Stärkeren die Schwächeren "nachziehen", in einer Einheitsschule werde sich das Leistungsniveau stattdessen nivellieren. "Wir müssen die Hauptschule für den Wettbewerb stark machen", schlug der Landtagsabgeordnete vor. Schwarz schweben kleinere Schulklassen und ein verstärkt praxis- und berufsorientierter Unterricht vor. Es sei wichtiger, die Talente der Schüler zu fördern anstatt sie mit Wissen über die französische Revolution zu quälen. Auf diese Weise können Hauptschüler verstärkt zu Leistungsträgern werden. "Das Problem ist, dass die Wirtschaft die Hauptschule nicht annimmt", wandte Zuhörer Frank Müller ein. "Die Eltern lehnen die Hauptschule ab", ergänzte die Kreisvorsitzende Renate Jobst. InÜbereinstimmung mit Ministerpräsident Christian Wulff will die FDP das Neuerrichtungsverbot für Gesamtschulen lockern. Für die Gründung einer Gesamtschule müssten folgende Voraussetzungen erfüllt sein, so Schwarz: Ein "Gesamtwille" von Schülern, Eltern und Lehrern müsse vorhanden sein, derElternwille alleine reiche nicht aus. Auf keinen Fall dürfe der politische Wille mit hinein spielen. Sinkende Schülerzahlen sprächen für die Zusammenlegung von Schulformen, insbesondere von Haupt- und Realschule. Andere Schulen dürfen nicht beeinträchtigt werden. Für Schwarz kommt die Gesamtschule nur als Angebotschulen in Frage, als Regelschule sei sie nicht finanzierbar. Für eine stärkere Vernetzung von Haupt- und Realschule sprach sich Brigitte Bödeker aus. "In einer Kooperativen Gesamtschule haben die Schüler die Möglichkeit aufzusteigen, zugleich gestaltet sich ein Abstieg sanfter als bei einem Wechsel der Schulform."

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