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Handmühle mit „Gesicht“

Bückeburg (who). Alte Haushaltsgerätschaften zeigen: Früher ging’s auch ohne Elektroantrieb. In Handarbeit konnten die meisten von ihnen betätigt werden. So wie die steinerne Handmühle, die im Museum Bückeburg für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte steht und unser heutiges Fundstück ist.

Genau genommen sind es zwei Mühlen, denn unser Fundstück hat noch ein Pendant. Beide Mühlen stammen aus dem 18. Jahrhundert und dürften dazu gedient haben, Senfsaat, Kräuter oder auch Farbstoffe zu zerreiben. Deshalb könnten sie in Handwerksbetrieben, Apotheken oder wohlhabenden Haushalten gestanden haben. Das eigentliche Wirkprinzip ist um vieles älter und seit der Antike oder sogar seit der Steinzeit gebräuchlich: Auf einem ruhenden Unterstein wird das Mahlgut mit einem Mahlstein zerrieben. Zu Anfang der Entwicklung mit dem unmittelbar von der menschlichen Hand bewegten Mahlstein und später, wie im Falle unserer Museums-Fundstücke, durch Rotation des in einer ausgehauenen Mulde laufenden und über eine Kurbel angetriebenen Mahlsteines.

In der Regel dürften Mühlen als reine Gebrauchsgegenstände schmucklos gewesen sein. Aber unsere Fundstücke zeigen, unter den Steinmetzen, die die Mühlen gehauen haben beziehungsweise unter ihren Kunden muss es solche gegeben haben mit Sinn für Verzierungen oder auch derben Humor. So zeigt die „seriöse“ Variante unter der Jahreszahl 1760 eine menschliches Gesicht mit offenem Mund und herausgestreckter Zunge als Auslassöffnung für das Mahlgut. Über der Öffnung der zweiten Mühle zeigt sich eine ganz andere Art von „Gesicht“. Für den, der es nicht erkennen kann: Über der Auswurföffnung thront eine menschliche Gestalt mit entblößtem Hinterteil...




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