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Einkaufscenter gestern für Kunden eröffnet / Riesenandrang

"Hameln wird von der Stadt-Galerie profitieren"

Hameln (ni/wul). Fast hätten sie sich die Klinke in die Hand gegeben - aber eben nur fast. Bevor Montagabend 500 geladenen Gäste in die neue Stadt-Galerie strömten, waren die letzten Handwerker von der Bildfläche verschwunden, die drei Ebenen des Shoppingcenters auf Hochglanz poliert, alle Schaufenster dekoriert und die Shops hinter den gläsernen Fronten picobello aufgeräumt. ECE-Chef Alexander Otto, der sich das Center schon am Nachmittag angeschaut hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Es kann sich wirklich sehen lassen." Nicht zuletzt Dank der guten Zusammenarbeit mit Professor Friedrich Spengelin sei eine Integration des großen Baukörpers in die Hamelner Altstadt gelungen. Für den wirtschaftlichen Erfolg sei jedoch nicht die Hülle, sondern der richtige Branchen- und Mietermix mit starken überregionalen Filialisten verantwortlich. Otto: "Sie machen den Reiz Centers a us."

Davon konnten sich dann gestern die Kundinnen und Kundenüberzeugen. Rund 200 standen bereits um Punkt 8 Uhr vor der Tür, der Magnet Stadt-Galerie hatte angezogen. Tausende sollten im Laufe des Tages noch folgen. Vom Center versprach sich auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) bei der offiziellen Übergabe vor allem eine Aufwertung der Hamelner Innenstadt. Die direkte Anbindung der Galerie an die Fußgängerzone werde das Zentrum stärken und dem Trend zur Grünen Wiese entgegenwirken. Zumal die Galerie mit den 500 Parkplätzen auf ihrem Dach bequemes Parken garantiere - für die Konsumenten ein gewichtiges Argument bei der Entscheidung, wo sie einkaufen. Mit seiner Initiative "Ab in die Mitte" unterstütze das Land seit langem die Bemühungen der Städte, Angebote zurück in die Zentren zu holen und sie wieder zu lebendigen Märkten zu machen. "Ohne Handel fallen die Innenstädte tot, Touristen allein machen es nicht", sagte Hirche. Auf die positive Wirkung des Shoppingcenters setzte auch Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann: "Ich bin sicher, dass Hameln insgesamt und damit auch viele Einzelhändler von der Stadt-Galerie profitieren werden." Schon jetzt erfahre die Innenstadt "einen Schub, den es ohne die Stadt-Galerie wohl nicht gegeben hätte". Alexander Otto krönte den offiziellen Eröffnungsakt am Ende noch mit einer großzügigen Geste: Er bat den Kuratoriumsvorsitzenden des Hamelner Museumsvereins, Dr. Walter-Dieter Kock, und Museumsleiterin Dr. Gesa Snell auf die Bühne und überreichte ihnen 20 000 Euro für die Modernisierung des Museums. Als Erinnerung an Hameln nahm der Chef des europaweit führenden Unternehmens im Centerbau eine als Pfeifer ausstaffierte Ratte mit nach Hause. Gestern Morgen dann nahmen die Hamelner und ihre Gäste innerhalb weniger Minuten das Center in Besitz, verteilten sich auf den drei Etagen und füllten die hellen Gänge. Gerade noch rechtzeitig hatte Pandora, Schmuckladen im Eingangsbereich, Pappkartons aus dem Laden geschoben. "Einen Letzten gibt es immer", sagt Center-Managerin Andrea Hegenbarth gelassen. Bis zwei Uhr nachts hätten die Mitarbeiter dort noch eingeräumt und wurden wirklich auf den letzten Drücker fertig. Hegenbarth selbst hatte die Galerie nach dem Empfang am Vorabend auch erst gegen drei Uhr verlassen. "Jetzt fällt die Anspannung ab", sagt sie bei einem Kaffee mit demRattenfänger Jürgen Rinne und der Oberbürgermeisterin, zufrieden mit der Resonanz. Gleich zu Beginn gut gefüllt: die Cafés. Zielstrebig von vielen angesteuert: Real. "Das hat mir sehr gefehlt", sagt die 65-jährige Ingeborg Stange, die sogleich ihre Einkäufe an (fast) vertrauter Stelle getätigt hat. Am Ende der Rolltreppe ins erste Geschoss geraten zwei Mädchen ins Stocken. "Ich finde mich überhaupt nicht zurecht", sagt Kerstin Zylla (13), nicht frustriert sondern nur überwältigt. "Voll groß hier!" Sie und ihre Freundin Kristina Kaus (14) haben für diesen Tag Geld von ihren Eltern bekommen, um zu shoppen. Doch nicht alle öffnen gleich am Eröffnungstag ihre Portemonnaies, weiß Andrea Hegenbarth. Viele der Tüten, die schon um 9 Uhr durch die Gegend getragen werden, enthalten Werbegeschenke. Ob angeheizt durch Aktionen oder nicht - wie die Umsätze waren, wird Hegenbarth am Abend abfragen. Für die Öffentlichkeit sind die Zahlen nichtbestimmt. Mittags geht fast nichts mehr in den Ladenstraßen, nur an wenigen Stellen schimmert der helle Boden durch, Menschen über Menschen schieben sich durch die Gänge, tummeln sich vor dem Gebäude, analog dazu sind alle Parkhäuser "dicht", melden die Stadtwerke. Spätestens jetzt wird klar, welchen Vorteil die Frühaufsteher genossen haben: Sie hatten Platz.




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