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JU-Kritik und die Folgen: Stadt und Polizei wehren sich / Professionelle Opferbetreuung betont

„Hameln gehört zu den sichersten Städten“

Hameln (CK). Die Kritik der Jungen Union an den Aussagen von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann zur Sicherheitslage in Hameln (wir berichteten) hat wiederum selbst Kritik ausgelöst. Sowohl die Stadt als auch die Polizei weisen die Aussagen des Vorsitzenden Matthias Koch, Hameln sei eben nicht sicher, entschieden zurück.

„Wir haben das mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen. Mit seiner Äußerung, die Oberbürgermeisterin habe sich eine ,peinliche Entgleisung’ geleistet und verdiene dafür den ,goldenen Pannemann’, hat Herr Koch sich im Ton vergriffen“, sagt Pressesprecher Thomas Wahmes.

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Hameln (CK). Die Kritik der Jungen Union an den Aussagen von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann zur Sicherheitslage in Hameln (wir berichteten) hat wiederum selbst Kritik ausgelöst. Sowohl die Stadt als auch die Polizei weisen die Aussagen des Vorsitzenden Matthias Koch, Hameln sei eben nicht sicher, entschieden zurück.

„Wir haben das mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen. Mit seiner Äußerung, die Oberbürgermeisterin habe sich eine ,peinliche Entgleisung’ geleistet und verdiene dafür den ,goldenen Pannemann’, hat Herr Koch sich im Ton vergriffen“, sagt Pressesprecher Thomas Wahmes. Außerdem sei die OB die falsche Adresse. „Es ist nicht Aufgabe der Stadt, Kriminalität zu bekämpfen. Das bleibt der Polizei vorbehalten, und es passt überhaupt nicht, der Vorhaltungen zu machen. Die Junge Union bleibt mit ihrer Kritik an der Oberfläche“, so der Pressesprecher.

Natürlich gelte das Mitgefühl stets den Opfer von Kriminalität, so Wahmes weiter. Die Junge Union aber spiele mit der Angst der Bürger, und das wirke sich auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger aus, zumal, wenn Behauptungen nicht mit Zahlen belegt würden. Außerdem bricht Wahmes eine Lanze für die Polizei: „Die Aufklärungszahlen sind hervorragend, und darauf können wir stolz sein. Und die Kriminalitätsdichte in Hameln ist, verglichen mit anderen Regionen in Niedersachsen, relativ gering.“ Sein Tipp an die Junge Union und deren Vorsitzenden: mitarbeiten im Kriminalpräventionsrat, statt deren Ehrenamtlichen auch noch auf die Füße zu treten.

Auch die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden reagiert mit Unverständnis auf die Aussagen des JU-Vorsitzenden Matthias Koch und dessen symbolischer Überreichung eines „goldenen Pannemann“ an die OB. „Wer derart unsachlich und unqualifiziert Aussagen zur Sicherheitslage in Hameln trifft, beeinflusst das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und instrumentalisiert Angst und Unzufriedenheit für seine eigenen Zwecke“ kritisiert der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, Kriminaloberrat Jens Laskawy, Kochs Äußerungen.

„Objektiv betrachtet, leben wir im Zuständigkeitsgebiet der Polizeiinspektion in einer sehr sicheren Region“, betont Laskawy und führt weiter aus: „Eine rückläufige Anzahl an Straftaten, eine hohe Aufklärungsquote und eine niedrige Kriminalitätsbelastung belegen, dass die Beamten der Inspektion qualifiziert und motiviert ihre Aufgaben wahrnehmen und die besten Ergebnisse herausarbeiten. Die in Kürze erscheinenden Aussagen zur Kriminalstatistik des vergangenen Jahres werden das beweisen.“

Nicht nur die Art und Weise der durch Koch an der OB geübten Kritik, auch die Grundlage verwundert offenbar die Führungsebene in der Polizeiinspektion. „Die Fallzahlen in der Jugendkriminalität bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres. Gewaltdelikte, begangen durch Kinder und Jugendliche, sind rückläufig. Die von Koch geäußerte Regelmäßigkeit in der

Gewaltkriminalität von Jugendlichen (,Abziehen’) ist bei einer validen Betrachtung über einen längeren Zeitraum nicht feststellbar“, versichert Laskawy.

Wie auch 1. Hauptkommissar Wilfried Ludwig, der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes bestätigt, sei die Zusammenarbeit mit der Stadt Hameln durch einen ständigen Austausch über die Problemlagen und durch enge Netzwerke geprägt. „Die Sicherheitslage in unserem Zuständigkeitsbereich wird täglich analysiert und bewertet. Allen Beteiligten ist dabei jedoch klar, dass nicht jede Straftat verhindert werden kann, egal, wie gut die Arbeitsergebnisse und Netzwerke in der Kriminalitätsbekämpfung und -prävention auch sind.“ Wichtig sei daher auch eine professionelle Opferbetreuung, die man in Hameln auch betreibe.

Ludwig abschließend: „Wir nehmen unsere Aufgaben ernst und reagieren schnell auf auffällige Entwicklungen.“ Nachdem es letztes Jahr 2009 beispielsweise im Stadtgebiet zu drei Fällen von Straßenraub gekommen sei, hätten Einsatzbeamte der Polizei und des Ordnungsamtes mehr als 800 Personenkontrollen in Hameln durchgeführt. eitere Raubdelikte seien so verhindert und unmittelbar nach Begehung sogar aufgeklärt worden. Ludwig: „Was die tatsächliche Sicherheitslage in der Stadt Hameln angeht, bleibt festzustellen, dass die Region zwischen Hameln, Bad Pyrmont und Holzminden zu den zehn sichersten Regionen in Niedersachsen gehört.“

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