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Geständnis am Notruf-Telefon / Streit um Besuchsrecht: Hamelner ersticht Mutter seines Kindes

"Hallo, ich habe gerade meine Frau getötet"

Hameln (ube). In der Nacht zum Pfingstsonnabend ist eine 42-jährige Hamelnerin auf der Landesstraße 423 zwischen Unsen und Hasperde am Steuer ihres Wagens getötet worden. Der von ihr getrennt lebende Ehemann (42) gab zu, ein Messer aus seiner Jacke gezogen zu haben und es seiner Frau in den Hals gestoßen zu haben. Tatmotiv soll ein heftiger Streit um dasBesuchsrecht der gemeinsamen zwölfjährigen Tochter gewesen sein. Nach der Tat wählte der Mann den Notruf 110 und legte ein Geständnis ab.

"Hallo, ich habe gerade meine Frau getötet. Irgendwo an der Straße zwischen Unsen und Hasperde. Ich warte dort." Das Geständnis am Notruf-Telefon läuft am frühen Pfingstsonnabend um 2.02 Uhr in der Leitstelle der Polizeiinspektion Hameln auf - es löst einen Großeinsatz aus. Aus Hameln, Bad Münder und Hessisch Oldendorf steuern Ermittler den Tatort an. Auch Notarzt und Rettungsdienst sind unterwegs. Wenige Minuten später treffen die ersten Schutzleute am Schauplatz des Verbrechens ein. Auf den Vordersitzen eines silberfarbenen Ford Fiesta, der auf einer geschotterten Parkbucht neben der Landesstraße 423 stand, liegt eine blutüberströmte Frau. Der Ehemann und mutmaßliche Täter lässt sich widerstandslos festnehmen. Für die Hamelnerin (42) kommt jede Hilfe zu spät - sie ist offenbar verblutet. Der Tatort wird großräumig abgesperrt, die Spurensuche beginnt. Kriminaltechniker stellen die Tatwaffe, ein 20 Zentimeter langes Obstmesser, sicher. Es ist blutverschmiert. Der 42 Jahre alte Ehemann der Toten wird zur Wache nach Hameln gebracht und dort von Ermittlern vernommen. Er wirkt ruhig und gefasst, steht den Beamten Rede und Antwort. Der Deutsche erzählt, dass er sich noch vor ein paar Stunden in dem Land aufgehalten hat, in dem er geboren wurde. Im März sei er in die Türkei geflogen, nachdem die Ehe in die Brüche gegangen war. Von seiner Frau lebe er getrennt, habe sich aber mit ihr noch gut verstanden. Nach der nächtlichen Landung in Langenhagen setzte sich der Mann in eine S-Bahn. Mit seiner Noch-Ehefrau hatte er bereits Tage zuvor telefonisch vereinbart, dass sie ihn am Bahnhof Springe abholt und zu einer Pension fährt. Auf der Fahrt zum Hotel, sagt der Tatverdächtige, habe es Streit zwischen ihm und seiner Frau gegeben. "Es ging um das Besuchsrecht, um die Frage, ob ich unsere zwölfjährige Tochter besuchen darf oder nicht", behauptet der 42-Jährige. Auf der einsamen Landstraße habe er seine Frau gebeten, mal kurz anzuhalten, um austreten zu können. Dann muss die Auseinandersetzung eskaliert sein. Der Mann griff in seine Jacke, zog ein Messer heraus - und stach zu. Das Obstmesser will der Mann in seiner Kulturtasche, die sich in seinem Koffer befand, gehabt haben. Auf der Zugfahrt nach Springe habe er Hunger bekommen, das Messer herausgeholt und damit einen Apfel geschält. Den Rest der Nacht verbrachte der Hamelner in einer Arrestzelle der Polizei. Am Vormittag erließ der Amtsrichter Haftbefehl.




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