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Häuslebauer bevorzugen die Kernstadt

Für potenzielle Bauherren auf der Suche nach einem Grundstück spielen diverse Argumente eine Rolle bei der Auswahl. Dazu zählt etwa die Infrastruktur. Gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Kindergärten und Schulen? Aber natürlich ist auch der Preis ein ausschlaggebendes Kriterium.

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Autor:

MIra Colic

Wie berichtet, wird für das Baugebiet in Bakede über eine Preissenkung oder andere Vergünstigungen nachgedacht, um die schleppende Vermarktung voranzutreiben. Die Quadratmeterpreise sind in Bakede mit 79 Euro fast doppelt so hoch wie in Hachmühlen, aber noch immer deutlich günstiger als in der Kernstadt.

Und dennoch ist es vor allem die Kernstadt, die profitiert. Für die Volksbank Bad Münder ist das Geschäft in jüngster Zeit sehr gut gelaufen. Denn die Baugebiete der Vowo gehen – salopp formuliert – weg wie warme Semmeln. Bestätigt gefühlt hatte sich das Geldinstitut, innenstadtnahes Wohnen anzubieten, nach dem Erfolg des Gebiets „Am Stadtbahnhof“. Schnell waren die sieben Grundstücke dort verkauft. 19 stehen jetzt im „Nördlichen Südfeld“ zur Verfügung, „fünf Einheiten sind verkauft“, weiß Vowo-Geschäftsführer Heiko Hobein. Es sei auch klar, dass in Bad Münder nicht jeder Preis erzielt werden könne. Aber genau dies sei eine Chance für den Ort – bei explodierenden Grundstückspreisen in Hannover von 300 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu 120 bis 130 Euro, die in der Kernstadt aufgerufen würden. Für schon 37 Euro ist eine Fläche im Wehrmanns Feld in Hachmühlen zu bekommen. Doch auch dort traten sich die Interessierten keineswegs auf die Füße. Seit dem vergangenen Jahr hat sich dort aber einiges getan. Den im Vergleich zu Bakede deutlich niedrigeren Preis hatte André Horstmeyer mit den geringeren Erschließungskosten begründet. Insgesamt acht Grundstücke seien in kurzer Zeit verkauft worden. Von den insgesamt 18 Flächen sind derzeit nur noch vier frei. Der Geschäftsführer der Sparkasse Weserbergland Finanz-Services spricht von einem Nachahmungseffekt, der dort erfolgreich gegriffen habe: „Sobald der erste Baukran steht, folgen automatisch die nächsten.“

Auch Ortsbürgermeister Hartwig Möller freut sich über die positive Entwicklung „nach der langen Durststrecke“. Aber so wie Rolf Wittich in Bakede, würde auch er sich eine bessere Kommunikation mit der Sparkasse wünschen. „Wir hatten zum Beispiel eine Verlinkung zu unserem Internetauftritt angeregt, um Interessierten zu zeigen, was wir hier im Ort zu bieten haben“, so Möller. Reaktion der Sparkasse: keine. Dass sich die Situation im Gegensatz zu dem Gebiet in Bakede dennoch so positiv entwickelt habe, sieht Möller in zwei Vorteilen begründet: dem Preis sowie der Nähe zum Bahnhof.

2015 sind in Bad Münder 86 Bauanträge gestellt worden. Damit setzt sich der Trend vergangener Jahre fort, wie die Statistik der Verwaltung zeigt: Die Zahl der Anträge ist nämlich trotz niedriger Zinsen für Bankdarlehen immer weiter gesunken, von noch 140 Anträgen 2010 auf 94 vor zwei Jahren. Relativ konstant geblieben sind hingegen die neu geschaffenen Wohneinheiten: 2014 wurden Anträge für zwölf Einfamilienhäuser gestellt – im Vorjahr waren es elf.

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