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Sprachförderung bei rumänischen Schülern gestaltet sich fürs neue Schuljahr schwieriger

Häufige Umzüge schaffen Planungs-Probleme

Bad Münder (jhr). Wenn morgen das neue Halbjahr an der Grundschule Bad Münder und der Kooperativen Gesamtschule beginnt, stehen die Kollegien der beiden Einrichtungen vor einer neuen Herausforderung: Sie können nicht wie im ersten Schulhalbjahr auf speziell geschultes Fachpersonal zurückgreifen, dass sich schwerpunktmäßig um die Sprachförderung der Schüler aus Rumänien kümmert.


Im vergangenen Jahr waren die Schulen durch die ungewöhnlich große Zahl rumänischer Kinder überrascht worden. Sieben Familien mit 14 Erwachsenen und 44 Kindern waren im vergangenen Herbst – überwiegend aus der Gegend um Bukarest – nach Bad Münder gekommen, die meisten Kinder waren schulpflichtig. Ihre Beschulung war eine Aufgabe, die mit Unterstützung von Regierungsschuldirektor Rainer Langeheine aber gemeistert wurde – er beorderte mit Christin Ränicke eine Lehrkraft nach Bad Münder, die sich mit wöchentlich 22 Stunden ausschließlich um die Sprachvermittlung kümmerte.

Als Problem für die münderschen Schulen stellte sich zum neuen Schuljahr der Umstand heraus, dass sich viele rumänische Familien spontan in Bad Münder abgemeldet hatten und nach Hameln gezogen waren. Die Zahl der verbleibenden Schüler war so gering, dass die Beschäftigung einer Lehrkraft speziell für die Sprachförderung kaum sinnvoll erschien.

Die Überraschung für die Schulleitungen: Zum morgen beginnenden zweiten Halbjahr sind nun doch wieder mehr rumänische Schüler angemeldet, weil ihre Familien wieder nach Bad Münder zurückgezogen sind. Sechs Familien mit 39 Personen waren nach Auskunft der Stadtverwaltung Ende letzter Woche in Bad Münder gemeldet. „Wir versuchen es mit Bordmitteln“, sagt Grundschulleiter Christoph Schieb – sein Kollegium unterstütze die Kinder im Rahmen der Möglichkeiten. Sechs Kinder aus rumänischen Familien erwartet er nun für das neue Schuljahr.

An der KGS sieht die Situation kaum anders aus: Die Lehrkraft, die sich bislang um die Sprachförderung der rumänischen Schüler kümmerte, ist versetzt worden – zur Fortführung des bisherigen Deutsch-Förder-Konzeptes fehlt es an Personal. „Wir arbeiten daran, Ersatz zu bekommen“, sagt Schulleiter Edgar Schulz.

Seine Einschätzung zur bisherigen Entwicklung: „Die Verständigung ist insgesamt schwierig. Die sozialen Kontakte sind hergestellt, in den nicht sprachorientierten Fächern wie beispielsweise Mathe ist auch eine aktive Teilnahme da“, sagt er. Ein Problem, mit dem das Kollegium umzugehen hat: „Das rumänische Schulsystem, das die Schüler kennen, ist komplett anders als unseres. Auch ihr Verständnis von Schule ist ein anderes“, erklärt Schulz. Und weiter: „Wir versuchen, die Lücken zu schließen.“



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