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Händler sind gegen zweiten Markttag in Bad Münder

BAD MÜNDER. Das verteilt sich nur, das bringt nichts, da kommt keiner – die Meinung der Markthändler ist eindeutig. Am Sonnabend in der Fußgängerzone einen zweiten Markttag einzurichten, ist für sie keine Option. „Viele haben am Sonnabend schon einen Stand, der gut geht“, sagt Händler Udo Hanf, „den gibt niemand auf.“

Ein zweiter Markttag, nach nur einem Tag Pause? „Schwer“, sagt Gemüsehändler Devrim Durmaz. Foto: Dittrich.
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Er verkauft auf der Echternstraße Geflügelprodukte – vom Ei bis zum Suppenhuhn. Am Sonnabend steht er auf dem Wochenmarkt in Hameln, ein super Geschäft, das er nicht gegen einen zweiten Tag in Bad Münder eintauschen möchte. Er sieht keine Möglichkeit, wie sich ein zweiter Markttag rentieren könnte. „Das Geschäft wird sowieso schon immer schwerer.“

Es sind Sommerferien, 9.30 Uhr. Donnerstag. Ein paar Marktbesucher tingeln durch die Straßen, kaufen Lebensmittel von den fahrenden Händlern. Eier, Wurst, Kartoffeln, Fisch, Gemüse, Obst. Ein bisschen haben sie zu tun hinter der Theke – aber für einen Plausch unter Kollegen ist immer Zeit. Die Marktbeschicker, sie kennen sich untereinander. Und so ein bisschen hat man das Gefühl, dass sich die Händler bereits eine Meinung über einen zweiten Markttag gebildet haben: Das wird nichts.

„Man kann vieles in Erwägung ziehen“, sagt Hanf diplomatisch, während seine Frau ein paar Eier verkauft, „aber man muss auch die Händler dafür haben.“ Gegenüber von seinem Stand an der Echternstraße steht Marita Jackisch – ihre Hauptgeschäftszeit ist erst in der Mittagszeit. „Dann verteilt sich das Publikum nur“, ist die erfahrene Händlerin überzeugt, „und der Markt ist in den vergangenen Jahren auch so schon immer schlechter geworden.“

Sie blickt die Straße entlang, Richtung Petersilienstraße. „Ich habe früher da hinten gestanden, da war noch alles bis zur Marktstraße voll.“ Seit 28 Jahren ist sie nach eigenen Angaben donnerstags in Bad Münder. Doch in den vergangenen Jahren wurden die Lücken oberhalb des Rathauses größer, Händler blieben weg, Jackisch zog mit ihren Hähnchen in die Echternstraße abwärts, schloss dort eine Lücke. „Ein zweiter Tag wird wenig ändern. Es werden nicht mehr Leute kommen“, ist Jackisch überzeugt. Außerdem kritisiert sie die fehlenden Parkplätze in direkter Nähe zum Markt: „Die Kunden hier werden älter. Wer ein paar Kartoffeln, Fleisch und dann noch Gemüse kauft, kann das nicht mehr so weit schleppen.“ Jackisch hat ihre Wochenenden auch meistens verplant – sie hat sonnabends entweder einen Stand auf Stadtfesten oder ihr Partyservice wird für größere Feiern gebucht. Ansonsten steht sie in ihrem eigenen Geschäft am Steinhuder Meer.

Selbst diejenigen, die am Sonnabend keinen festen Stand auf einem anderen Markt haben, schütteln den Kopf. Fischhändler Udo Neumann sagt: „Das lohnt nicht.“ Auch mit Blick auf den Markt in Lauenau, der vor einigen Monaten am Sonnabend eröffnete, sagt er: „Jeder neue Markt brummt, aber irgendwann bröckelt es dann.“ An zusätzliches Publikum glaubt der Münderaner, der seit Anbeginn des Marktes vor 29 Jahren dabei ist, nicht. „Für den Großeinkauf am Wochenende fährt man woanders hin.“ Bei der aktuellen Konstellation wäre das ohnehin problematisch: „Am Donnerstag Markt und dann am Sonnabend schon wieder, die Zeit dazwischen reicht nicht.“

Der Meinung ist auch der Gemüse- und Obsthändler Devrim Durmaz: „Nur ein Tag dazwischen ist schwer.“ Außerdem ist er gedanklich auch bei den großen Supermärkten, mit denen der klassische Wochenmarkt nicht konkurrieren kann – zumindest preislich nicht. Um mehr Menschen den Besuch des Marktes zu ermöglichen, schlägt er längere Öffnungszeiten vor: „Vielleicht bis 15 oder 16 Uhr.“

Diskutiert wurde der Sonnabend als zweiter Markttag übrigens schon einmal – vor 9 Jahren. Im Februar 2008 gab es einen Vorstoß seitens der Politik. Damals verabschiedete man sich von der Idee, weil für einen Markt eine Durchführungspflicht bestehen würde – also auch bei Stadtfesten und anderen Veranstaltungen am Wochenende müsste der Markt stattfinden. Auch damals war ein Großteil der damaligen Standbesitzer dagegen.



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