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Ackerbürger feiern auf Gut Dankersen / Großes Interesse am Gottesdienst

Hämmern und dreschen wie früher: Erntedank mit altem Handwerk

Todenmann (jaj). Am vergangenen Sonntag haben die Rintelner Ackerbürger ihr Erntefest auf Gut Dankersen gefeiert. "Der Gottesdienst war schon fast überfüllt, das gab's noch nie", freute sich Klaus Tirschler, Vorsitzender der Ackerbürger. Einen Wermutstropfen bemerkte er dennoch: "Frau von Ditfurth-Siefkens hat den Park hergerichtet, weil wir den Gottesdienst dort abhalten wollten. Leider hat das Wetter das nicht zugelassen." Die Besucher hielt das Wetter jedoch nicht von einem Besuch auf dem Gut ab: Die Scheune war auch am Nachmittag gut gefüllt.

Seit drei Jahren ist das Gut Dankersen nun Sitz der Ackerbürger. "Die Zusammenarbeit mit der Familie von Ditfurth-Siefkens ist super. Und auch mit den Galloways kommen wir zurecht", erzählte Tirschler. Mit den Galloways meint er einen Motorradclub, der ebenfalls auf dem Gut ansässig ist. "Im nächsten Jahr wollen wir zusammen Toiletten, Dusch- und Waschräume bauen." Die Vorbereitungen für das Erntefest haben schon Tage vor Erntedank begonnen. Die Scheune, eigentlich eine Halle für die Trecker und Maschinen, wurde ausgeräumt und geschmückt für den geselligen Teil des Festes. Bei Kartoffelpuffern, Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen nutzten viele Todenmanner und Rintelner die Gelegenheit, mit den Ackerbürgern zu feiern. Die musikalische Untermalung lieferten der Musikzug Möllenbeck und Wilhelm Luther mit seiner Drehorgel. Auch vor der Scheune gab es viel zu entdecken: Die Ackerbürger hatten ihre Maschinen ausgestellt und gaben Einblicke in altes Handwerk. Hermann Korbach demons trierte die Arbeit eines Schmiedes. "Wir als Ackerbürger wollen den Stellenwert dieser alten Handwerksberufe vermitteln. Es ist sehr schade, dass das heute alles vor die Hunde geht, weil damit kein Geld mehr verdient werden kann", so Korbach. Sein Vater ist Schmied; er selber hat den Beruf nicht erlernt. "Das liegt uns im Blut", schmunzelt Korbachmit einem Blick auf seinen Enkel Til-Matis, der mit seinen zwölf Jahren schon den schweren Schmiedehammer schwingt. Stellvertretend für das Handwerk des Bäckers haben Horst Rabe und Horst Lohse am mobilen Ofen der Ackerbürger frisches Brot, Brezeln und Blechkuchen gebacken. Karl-Heinz Meier, Heinz Knief, Karl-Heinz und Michael Wessel zeigten, wie man reißfeste Taue herstellt, und auch Heinrich Edeler, Korbmacher aus Exten, war dabei. Ein besonderer Höhepunkt war der alte Mähdrescher, mit dem Klaus Tirschler zeigte, wie Korn vor 50 Jahren gedroschen wurde. Mit der "Rentnerband" aus Banteln ging der Tag dann zu Ende. Wie lange da gefeiert wird? Das weiß Ackerbürger Holger Gerke: "So lange, bis der letzte gegangen ist. Und das sind meistens wir!"




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