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CDU-Stadtverband will Petra Joumaah am Sonntag offiziell als Landtagskandidatin vorschlagen

„Habe ein unerschütterliches Selbstbewusstsein“

Bad Münder (mf). Der CDU-Stadtverband Bad Münder wird Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah am Wochenende offiziell als Landtagskandidatin für den Wahlkreis 36 und damit als Nachfolgerin von Ursula Körtner nominieren. Vorsitzender Hans-Ulrich Siegmund will ein entsprechendes Vorstandsvotum beim Neujahrsempfang seiner Partei am Sonntag bekannt geben.

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Der Beschluss des Gremiums ist „nur noch eine Formalie“, machte Siegmund deutlich. Joumaah habe das Zeug für ein Landtagsmandat, „ich stehe voll hinter ihrer Kandidatur“, erklärte der Stadtverbandsvorsitzende.

Auch Joumaah, deren Kandidaturpläne vor einer Woche bekannt geworden waren (wir berichteten), wirbt inzwischen offensiv für sich: „Ich habe in den vergangenen Jahren einige politische Erfahrung gesammelt und mit der Übernahme des Ortsbürgermeisteramtes bewiesen, dass ich es wuppen kann. Außerdem kann ich gut auf Mitmenschen zugehen, bin unglaublich diszipliniert und verfüge über ein unerschütterliches Selbstbewusstsein.“

Erste Überlegungen, für den Landtag zu kandidieren, seien bereits vor einem Jahr gereift, verrät die CDU-Politikerin. „Da hat mich Frau Körtner gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, mich um ihre Nachfolge zu bewerben“, so Joumaah.

Und das hatte sie. Vorausgegangen seien allerdings intensive Gespräche mit der Familie. Diese – und hier vor allem ihr Mann – habe sie in dem Vorhaben bestärkt und Unterstützung zugesagt.

Joumaah weihte schließlich Parteifreunde ein. „Auch dort habe ich sofort Zustimmung erfahren.“

Die 55-jährige gelernte Kinderkrankenschwester bezeichnet sich selbst als „hochpolitischer Mensch“. Ihr bisheriger Weg in die aktive Politik sei allerdings keineswegs vorgezeichnet gewesen. Über ein langjähriges Engagement in verschiedenen Schulelternräten habe sie zur CDU gefunden, dort dann nach und nach diverse Ämter übernommen, unter anderem auch auf Kreisebene. Inzwischen ist sie auch eine von zwei Stellvertretern von Stadtverbandschef Siegmund. Seit Beginn der letzten Kommunalwahlperiode gehört sie dem Orts- und dem Stadtrat an, ebenfalls 2006 avancierte sie zur Ortsbürgermeisterin der Kernstadt.

Über ihre politische Arbeit hinaus bekleidete Joumaah stets auch eine Reihe von Ehrenämtern. Sie gehörte zu den Mitbegründern des Arbeitskreises gegen Ausländerfeindlichkeit, aus dem später der Runde Tisch hervorgegangen ist. Außerdem ist sie Sprecherin der Sozialraum AG.

Geboren wurde Joumaah in Schneverdingen in der Lüneburger Heide. Nach diversen Umzügen landete sie mit ihrem Ehemann, einem Kinderarzt, vor 30 Jahren in Bad Münder. Das Paar hat vier erwachsene Kinder im Alter zwischen 25 und 32 Jahren – drei Söhne und eine Tochter.

In den kommenden Wochen will sich Joumaah auch in den anderen CDU-Ortsverbänden des Wahlkreises vorstellen. Neben Bad Münder als Größtem sind das Bad Pyrmont, Aerzen, Coppenbrügge, Emmerthal und Salzhemmendorf. In Emmerthal hat mit Irmgard Lohmann bereits eine zweite CDU-Politikerin offen Interesse an einer Kandidatur bekundet. Ambitionen werden auch Coppenbrügges Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka nachgesagt. Er könnte Joumaah wohl auch am ehesten gefährlich werden, glauben Parteikenner.

Angst vor einem Kontrahenten habe sie nicht, betont die Münderanerin. Wer kandidiere, müsse auch mit Gegenwind rechnen. „Die Herausforderung nehme ich aber gern an.“ Nach derzeitigem Stand soll die Parteibasis in einer Mitgliederversammlung des Kreisverbandes am 21. März über die Körtner-Nachfolge entscheiden.

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