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Gymnasiale Oberstufe – ein Rechenexempel

Zu: „Noch viel zu tun“, vom 25. März

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Für mich ist nicht nachvollziehbar, was bei der Beantwortung der aufgeworfenen Frage nach einem gymnasialen Angebot an einer geforderten IGS in Hessisch Oldendorf „noch viel zu tun“ sei. Es muss doch lediglich gerechnet werden: Landesweit besuchten nach amtlicher Mitteilung des Kultusministeriums zum Stichtag 14. September 2012 13,3 Prozent der Schüler mit einer Schullaufbahnempfehlung für das Gymnasium eine IGS. Wenn zum 1. August 2015 nach dem bisherigen Übergangsverhalten im 5. Jahrgang rund 60 Schüler mit Haupt- bzw. Realschulempfehlung in Hessisch Oldendorf angemeldet werden, könnte man bei einer IGS statistisch mit weiteren acht Schülern mit Gymnasialempfehlung im 5. Jahrgang rechnen – also mit jährlich maximal 70 Schülern pro Jahrgang. Selbst wenn die optimistischste Einschätzung lauten sollte, dass nach der 10. Klasse 15 Schüler den Erweiterten Sekundarabschluss I erhalten und damit für einen gymnasialen Abschluss für befähigt gehalten werden sollten, könnten die schulrechtlichen Setzungen über die Organisation des Unterrichts im Sekundarbereich II des Gymnasiums noch nicht einmal ansatzweise eingelöst werden. Allein aus quantitativen Gründen wird es deshalb keine gymnasiale Oberstufe an einer etwaigen IGS Hessisch Oldendorf geben können. Das heißt: Spätestens nach Klasse 10 müssten die IGS-Schüler mit einem Erweiterten Sekundarabschluss I an ein Hamelner Gymnasium wechseln. Aber warum sollten dann beispielsweise die Schüler der Grundschule Fischbeck mit Gymnasialempfehlung nach Klasse 4 eine IGS in Hessisch Oldendorf besuchen, wenn der Schulweg zu einem Gymnasium in Hameln gleich weit bzw. nah ist und kein späterer Schulwechsel erforderlich sein wird? Bei dieser rechnerischen Betrachtung bleibt ferner die Frage unbeantwortet, wie die wenigen Schüler mit gymnasialen Bildungsabsichten in den Klassen 5 bis 10 an einer IGS in Hessisch Oldendorf gemäß § 15 der Verordnung über die Abschlüsse im Sekundarbereich I angemessen differenziert gefordert und gefördert werden könnten. Und zu guter Letzt drängt sich die Frage an den Vertreter des Schulträgers auf, warum „die Schule deshalb jetzt ihre Hausaufgaben machen“ müsse. Die „Hausaufgaben“ der Oberschule Hessisch Oldendorf wurden vom Kultusministerium in dem Grundsatzerlass über „Die Arbeit in der Oberschule“ vom 7. Juli 2011 erteilt. Verbindlich! Und im Niedersächsischen Schulgesetz werden die Zuständigkeiten des Schulträgers formuliert. Ebenfalls verbindlich. Die Erteilung schulischer „Hausaufgaben“ gehören nicht dazu.

Hansjörg U. Schneider, Hessisch Oldendorf



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