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Nachkontrolle von 18 Stellen im Kanalnetz / Milder Winter sorgte für viel Nachwuchs

Gutachter gibt Entwarnung: Der Kurort ist "praktisch rattenfrei"

Bad Eilsen (tw). "Ratten im Bergkurpark" und "Ratten an der Thomas-Mann-Straße": Diese Meldungen ließen den Rat Bad Eilsen auf seiner jüngsten Zusammenkunft aufhorchen. Zumal Aktivitäten der in Rudeln mit bis zu 100 Tieren lebenden Nager am Tage als Hinweise auf eine starke Population gelten. Bürgermeister Horst Rinne verwies daher an die für das Bekämpfen der Schädlinge zuständige Samtgemeinde. Die gibt jetzt Entwarnung: " Bad Eilsen", erklärt Andreas Kunde, Leiter des Ordnungsamtes, "ist ,praktisch rattenfrei'."

Eben das verbrieft das jüngste Gutachten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das im Eilser Rathaus vorliegt. Genau genommen sind es gleich zwei Gutachten, in denen die Behörde den Erfolg der "Großräumigen Rattenbekämpfung" in der Samtgemeinde dokumentiert; im Vorfeld der Kontrollen hatte die "Klimasch GmbH", Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung mit Sitz in Hameln, im Januar/Februar 2008 über mehrere Wochen hinweg Giftköder ausgelegt. "Wir geben für die routinemäßige Rattenbekämpfung jedes Jahr 5500 Euro aus. Weitere 864 Euro kostet das besagte Gutachten", weiß Kunde. Insbesondere letzteres sei bei einem Kurort wie Bad Eilsen unumgänglich. Zwischen dem 10. und 14. März 2008 kontrollierte die Behörde im Beisein eines Bauhofmitarbeiters 61 Stellen in der Kanalisation des Kurortes sowie 14 Objekte innerhalb und drei Objekte außerhalb von Bebauungsgebieten. Ergebnis: Neun Stellen innerhalb der Kanalisation waren (noch) befallen. Bei den besagten Stellen handelte es sich um Regen- respektive Schmutzwasserkanäle im Bereich Ringstraße/Ecke Wilhelm-Busch-Straße, Ringstraße 17, Parkstraße/Ecke Höhenstraße, Weserberglandklinik, Friedrichstraße 8 und Obernkirchener Straße/Ecke Friedrichstraße. Daraufhin legte Klimasch Köder nach. Als die Behörde zwischen dem 31. März und dem 2. April eine Nachkontrolle von 18 Stellen innerhalb der Kanalisation durchführte, wurde kein Befall mehr festgestellt. "Bad Eilsen kann zum Zeitpunkt der Kontrolle als ,praktisch rattenfrei' bezeichnet werden", hält das Landesamt fest. Das Ergebnis ist umso erfreulicher, als bei staatlich anerkannten Heilbädern bis zu zwei Befallsstellen toleriert werden. Dass die Nachkontrolle in Bad Eilsenüberhaupt nötig war, dürfte - einmal mehr - am milden Winter liegen, in dessen Folge sich die Nager mehr als üblich vermehrt haben. Kunde hat von der jüngsten Zusammenkunft der Ordnungsamtsleiter Zahlen für den Landkreis mitgebracht: "2006 gab's in Schaumburg 462 Meldungen von Rattenbefall, 2007 waren's 865." Anders ausgedrückt: "Eine Wanderratte", weiß der Amtsleiter, "hat zwischen Mai und Oktober in der Regel etwa sechs Würfe". Durch den milden Winter seien's acht bis neun Würfe gewesen. "Wenn Sie dann noch dazu rechnen, dass jeder Wurf aus etwa zehn Tieren besteht, die nach nur drei Monaten geschlechtsreif sind - dann wissen Sie, was da auf uns zukam ...", so Kunde. Wie viele Tiere bei der jüngsten "Großräumigen Schädlingsbekämpfung" tatsächlich zur Strecke gebracht wurden, lässt sich in Zahlen allerdings nicht ausdrücken. Der Grund: "Das Gift schläfert die Tiere ein. Sie verenden anschließend im Bau und werden deshalb nicht gefunden", so der Amtsleier. Besagtes Gift wird zumeist in einer Dosis von 100 Gramm in Haferflocken ausgelegt; bereits 50 Gramm sind für eine Ratte tödlich. Das Auslegen erfolgt an Gewässern wie der Aue in 80 Zentimeter langen Röhren. Sie sollen gewährleisten, dass keine Katzen oder Hunde mit ihren Tatzen nach den Ködern "angeln" können. Kunde: "Werden die Köder bei Hochwasser in den Fluss geschwemmt, so ist das unbedenklich." Das Gift wird biologisch abgebaut, die Konzentration schnell auf einen ungefährlichen Wert "verwässert". Übrigens: Auch in den Eilser Mitgliedsgemeinden hat die Behörde den Erfolg der "Großräumigen Rattenbekämpfung" kontrolliert. Konkret nahm der Prüfer 81 Kanalisationsschächte sowie 14 Objekte in- und zwei Objekte außerhalb von Bebauungsgebieten in Augenschein. Ergebnis: Nur in Ahnsen gab es zwei Befallsstellen in einem Kanal; bis zu sechs hätte die Behörde mit Blick auf die Samtgemeinde als Ganzes toleriert. Damit werden Ahnsen, Buchholz, Heeßen und Luhden vom Landesamt als "befallsarm" eingestuft.




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