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Gas- und Stromnetze: Stadt will Entscheidung mit „Sechsphasenplan“ herbeiführen

Gutachten soll Wirtschaftlichkeit untermauern

Bad Münder (mf). Im Behördendeutsch heißt es etwas sperrig „Rekommunalisierung der Energieversorgung“. Dahinter verbirgt sich die Frage: Soll die Stadt Bad Münder künftig wieder selbst Gas und Strom verkaufen?


Um dies zu entscheiden, hat die Stadt nun einen sogenannten Sechsphasenplan ausgearbeitet. Er sieht unter anderem vor, eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung in Auftrag zu geben. Dabei soll zunächst geklärt werden, in welchem Zustand sich das mündersche Versorgungsnetz überhaupt befindet „und welche Handlungsoptionen sich daraus für die Stadt ergeben“, erläutert Kämmerer Marcus Westphal. Kernfrage: Wie wirtschaftlich lassen sich die Netze betreiben, wie attraktiv sind sie für einen möglichen Partner, der als Geldgeber einsteigen müsste? Dabei gilt: Je engmaschiger und kompakter das Netz, desto niedriger die Betriebskosten.

„Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass unsere Netze nicht wirtschaftlich sind“, sagt Westphal. Die Grundvoraussetzung, sich vom alten Konzessionsmodell zu lösen, ist damit gegeben. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die sich die Stadt 46 000 Euro kosten lässt, soll dies schwarz auf weiß dokumentieren.

Wie berichtet, laufen die alten Konzessionsverträge für Gas und Strom Ende 2012 aus. Die Kommune könnte die Netze dann von Eon Avacon zurückkaufen und beispielsweise wie das benachbarte Springe eigene Stadtwerke gründen. Denkbar sind auch verschiedene andere Konstellationen mit neuen Partnern, aber auch der Neuabschluss von Konzessionsverträgen.

Die eigene Stromversorgung in Münder liegt weit zurück. 1953 schloss die Stadt erstmals einen Konzessionsvertrag mit der damaligen Hastra (heute Eon Avacon). Die Niederspannungsleitung der Kurstadt erstreckt sich über rund 177 Kilometer, im Mittelspannungsbereich kommen weitere 140 Kilometer hinzu. Der Verkauf des 124 Kilometer langen Gasnetzes an die Landesgasversorgung Niedersachsen, heute ebenfalls Eon Avacon, folgte 1975.

Um die Gunst der Stadt buhlen inzwischen mehrere Energieversorger – neben Platzhirsch Eon Avacon auch das Unternehmen BS Energy/Veolia, das mit dem in Bad Münder tätigen Abwasserentsorger OEWA verbandelt ist.

In der Verwaltungsausschusssitzung am 3. Juni will die Stadt der Politik die Einholung eines Gutachtens vorschlagen. Auf dieser Grundlage soll der Rat am Jahresende entscheiden, wohin die Reise geht.



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