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Im Dörfchen Lenthe auf Kulturpfaden

Gut – und besser: Neue Kunst in alten Gärten

Gehrden / Lenthe. Mitten im Park des Obergutes Lenthe bei Gehrden vor den Toren der Stadt Hannover hängen Girlanden aus Kleidern und Textilien in einem alten Baum. Stoffwürste umgarnen seine Äste, bilden Ketten. Wer ihn sieht, denkt unwillkürlich daran, dass das alte Gehölz erkältet sein könnte, und gesehen haben ihn jetzt schon viele. Aber der Baum ist nicht erkältet. Er ist ein Kunstwerk namens „Huckepack“ und einer Idee der westfälischen Künstlerin Birgit Dieker entsprungen, die mit einem Dutzend anderer Künstler das Projekt „Neue Kunst in alten Gärten“ mit Leben füllt. Wer sich für ungewöhnliche Augen-Blicke interessiert, ist hier genau richtig. Wer sich nicht dafür interessiert, ist es auch.

Jens Meyer

Autor

Jens Meyer Leiter Redaktion PR- und Sonderthemen zur Autorenseite

Hier in Lenthe, einem nicht zu aufgeräumten Dörfchen im Bereich der Stadt Gehrden, gibt es ein Ober- und ein Untergut mit beiderseits prächtigen Parks, in denen teils Jahrhunderte alte Bäume stehen, Entlein auf Teichen paddeln und abends die Igel keuchen. Seit Ende August und noch bis zum 3. Oktober verwandeln vollkommen verschiedenartige Kunstwerke die Parks in eine Art Freilichtmuseum. Die seit 2004 alle zwei Jahre hier stattfindende Kunstbiennale steht unter einem thematischen Motto. Die beiden Kuratoren Hannes Malte Mahler und Hartmut Stielow haben sich entschieden, ihre Ausstellung „Survival” zu nennen. Für die Besetzung ihrer Teilnehmerliste folgten sie dem Prinzip der vorangegangenen Schauen und wählten unter nationalen und internationalen Künstlern aus. Nicht nur diese Mischung, sondern auch ihr Entschluss, in ihrer Ausstellung die Werke junger wie älterer, renommierter wie weniger bekannter Künstler zu zeigen und ganz unterschiedliche Stile und Medien zuzulassen, verbürgen eine abwechslungsreiche Ausstellung.

Survival – Überleben, also! Jeder Besucher wird seine persönliche Betrachtungsweise finden. Im Falle des eingemummelten Baumes vielleicht ja die, dass er deshalb Kleidungswürste trägt, weil es in der Kunst immer und immer auch um die Wurst geht…?

„Neue Kunst in alten Härten“, bis 3. Oktober, Ober- und Untergut Lenthe (Gehrden), Öffnungszeiten: samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr.

2 Bilder

Bei Eintritt in den Garten des Unterguts Lenthe fesselt die finnische Künstlerin Tea Mäkipää den Blick des Betrachters durch eine eindringliche Assemblage, mit der sie ein überzeugendes Statement zur Strategie des Überlebens in unserer Zeit abgibt (oben). Rechts: Das „Spaliermädchen“ von Laura Ford




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