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350 Frauen des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont präsentieren ihren Ort mit einem besonderen Hut

Gut behütet in Buchhagen

Weserbergland. Hutmacher in England reiben sich regelmäßig die Hände, wenn gesellschaftliche Ereignisse wie beispielsweise das Pferderennen in Ascot anstehen. Doch auch hierzulande trägt nicht nur Mann Hut. Viele Frauen im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont hatten die Einladung unter dem Motto „Gut behütet“ wörtlich genommen und kamen – ganz im Sinne der beiden Organisatorinnen Christa Walz und Cori Schwäkendiek – mit mehr oder weniger prachtvoller Kopfbedeckung zum traditionellen Kreisfrauentreffen nach Buchhagen.

Wie stark sich die einzelnen Gemeinden in den Kirchenkreisregionen über einen Hut oder eine Mütze identifizieren können, das wurde bei der Vorstellung der Regionen sehr deutlich. So präsentierte sich beispielsweise die Kirchengemeinde Aerzen mit einem Schiffchen der Aerzener Brotfabrik. Allerdings, das schickte Uta Dieckhoff auch gleich hinterher, sei das noch ein Relikt aus längst vergangener Zeit. „Heute werden die Haare aus Hygienegründen unter blauen Einmalhauben versteckt und Männer müssen auch ihren Bart mit einem Schutz bedecken“, erklärte sie.

Die Bad Pyrmonter Kirchengemeinden zeigten sich angesichts der Bädervielfalt in der Kurstadt mit bunt geblümter Badekappe, die Kirchengemeinde Neersen erschien gut behütet mit einer standesgemäßen Kopfbedeckung der Fürstin von Waldeck. Hameln hatte sich den Rattenfängerhut zu eigen gemacht, Afferde kam mit Nachtmütze. Die Erklärung: Der Ort entwickelt sich immer mehr weg von einer Wohnstätte hin zur Schlafstätte von Arbeitnehmern, die außerhalb arbeiten. Hämelschenburg wurde von Ursula Lübbe repräsentiert. Sie hatte eine Replik der Kopfbedeckung der Anna von Holle, Miterbauerin des Schlosses samt Kapelle, aus dem Jahr 1563 gewählt. Hachmühlen kam mit Müllermütze und wies damit auf die Jahrhunderte alte Mühlentradition der Stadt hin, Bad Münder wählte einen Wanderhut als Symbolik für die Deisterregion. Die Hilligsfelder hatten etwas ganz Besonderes mitgebracht: Einen original Erntehut aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts, wie ihn Frauen bei der Feldarbeit stets getragen haben. So anschaulich präsentiert, lässt sich die Vielfalt des heimischen Kirchenkreises leicht unter einen Hut bringen, resümierten Christa Walz und Cori Schwäkendiek und leiteten zur Hutmodenschau aus biblischer Sicht über.

Es gibt kein schlechtes Wetter, wenn die Kleidung den äußeren Gegebenheiten angepasst wird, wurde im Anschluss im Rahmen der biblischen Hutmodenpräsentation deutlich. Bei sintflutartigen Regenfällen empfiehlt sich ein Südwester mit dem passenden Namen „Am Tag als der Regen kam“.

4 Bilder
Ingrid Schulze (re.) aus Tündern trägt das Hutmodell „Haus am Eaton Place“, Ilse Wächter ein Erbstück von der Schwiegertochter.

Das orientalische Käppchen der Prophetin Miriam wurde unter dem stimmungsvollen Namen „Lied der Hoffnung“ präsentiert. Das Modell „Ruhm der Bescheidenheit“ zierte das Haupt der Moabiterin Ruth, während sich der gute Hirte mit der Kopfbedeckung „Heimkehr“ auf die Suche nach verirrten Schäfchen machte. Ob nun die „Krone des Morgenlandes“ Kaspar, Melchior oder Balthasar besser steht, wurde nicht deutlich. Nach Erschöpfung wieder aufzustehen, dazu ermutigte zum Abschluss das Hutmodell „Erwachte Gazelle“, das Tabita mit fast schon königlicher Würde trug.

„Gut behütet“, unter dieser Überschrift referierte auch Marianne Gorka, Landespastorin des Posaunenwerkes aus Hildesheim. Neben Einblicken in die theologische und sprichwörtliche Deutung des Themas machte sie auch an sehr realistischen Beispielen eindrucksvoll deutlich, wie schnell eine Kopfbedeckung zum Beschützer werden kann. „Es ist das jähe Ende aller Coolness, wenn man mit 30 Sachen auf den Asphalt knallt“, beschwor sie alle Fahrradhelmmuffel zum Umdenken. Wer von den über 350 anwesenden Damen und einer verschwindend geringen Zahl Herren im Anschluss an den Vortrag noch überlegte, woher ihm die Stimme von Marianne Gorka bekannt vorkam, hier die Lösung: Auf NDR1 Niedersachsen hält sie in regelmäßigen Abständen die Radioandachten „Himmel und Erde“, montags bis freitags um 9.15 Uhr. Nicht aus dem Radio, sondern live sorgte Bettina Schneider-Pungs aus Springe für den musikalischen Rahmen der Nachmittagsveranstaltung. Die Kollekte erbrachte 1200 Euro. Das Kreisfrauentreffen des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont möchte damit die ehrenamtliche Arbeit des Kinderhospizvereins Bad Pyrmont unterstützt.sbr

Die Organisatorinnen Cori Schwäkendiek (li.) und Christa Walz (re.) mit der Referentin Marianne Gorka.sbr




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