weather-image

Gülle-Unfall in Eimbeckhausen wird zum Politikum

270_0900_15223_lkbm_guelle_neu_3402.jpg
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat zu diesem Zweck eine bundesweite „Chronik der Gülle-Unfälle“ erstellt, in der er von Juli 2015 bis Juni 2016 bundesweit alle Meldungen gezählt hat, in denen ein Transporter verunfallt ist, ein Lager betroffen oder gar ein Landwirt bei der illegalen Entsorgung erwischt wurde. Darunter auch: der Eimbeckhäuser Unfall vom 20. März. Niedersachsenweit zählten die Umweltschützer im genannten Zeitraum acht Transport-Unfälle; im Landkreis nur den heimischen. Trotzdem hat sich der BUND Niedersachsen als Problemfall herausgepickt: Hier starteten „die meisten Transporte von Gülle und Gärresten“, so ein Sprecher auf Anfrage der NDZ. Man wolle deutlich machen, dass die Transporte einige „von vielen Risiken und Belastungen sind, die von der Massentierhaltung ausgehen“.

Im Fall Eimbeckhausen war die Polizei davon ausgegangen, dass der Lkw-Fahrer zu schnell unterwegs war, als sein Fahrzeug mit Gärsubstraten umstürzte. „Jeder Transport birgt die Gefahr einer Havarie“, sagt Tilman Uhlenhaut, Referent des BUND in Niedersachsen. Die Häufung von Gülle-Unfällen sei „alarmierend und stellt eine Gefahr für Mensch und Natur dar“. Es könne nicht nur zu Verschmutzungen von Gebäuden wie in Eimbeckhausen kommen – auch Böden und Gewässer seien gefährdet. Dass überhaupt Gülle in großem Stil unterwegs ist, schiebt der BUND auf die Massentierhaltung. Die Politik müsse eine Transportdatenbank einführen, um genau zu erfassen, wer wie viel Gülle von wo nach wo transportiert.

Dem BUND stinkt also auch der Vorfall in Eimbeckhausen – aber zumindest im Haus der betroffenen Seniorin ist wieder Ruhe eingekehrt. „Der Geruch ist endlich raus aus dem Haus“, sagt Enkelin Leonie Herzfeldt. Haus, Keller und Vorgarten seien komplett saniert worden, der Güllegestank habe sich nach langer Behandlung mit Chemikalien verzogen – und auch die Versicherung habe schließlich den Schaden beglichen. Nach monatelanger Arbeit könne nun langsam wieder Ruhe einkehren – zumindest auf dem Grundstück, so Herzfeldt: „Natürlich werden wir alle bis heute darauf angesprochen.“



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt