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Gülle-Saison: Anwohnern in Bad Münder stinkt’s

BAD MÜNDER. Einige heimische Landwirte nutzten in den vergangenen Tagen die Gelegenheit, ihre über den Winter gefüllten Lager zu leeren und Gülle auf ihre Äcker zu bringen. Das stinkt nicht nur vielen von Geruchsbelästigungen Betroffenen, sondern auch Anne Zuzmann vom Vorstand des Nabu Bad Münder.

Landwirte bringen bereits jetzt Gülle auf ihren Feldern aus. Foto: DPA
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Sie sieht die Gülleausbringung grundsätzlich kritisch, insbesondere aber zu einer Zeit, in der noch Frost im Boden ist. Eine frisch gedüngte landwirtschaftliche Fläche in unmittelbarer Nähe zum Friederikenstift erregte jetzt ihren Unmut. „Da erholen sich Menschen von schweren Krankheiten und Unfällen. Menschen, deren Immunsystem anfällig ist für Infektionen mit multiresistenten Keimen“, sagt Zuzmann. Wenn Gülle aber nicht gleich im Boden versickere, bestehe die Gefahr, dass Krankheitserreger durch die Luft weitergetragen werden. Dass das Grundwasser in Niedersachsen auch durch verstärkten Gülleeintrag immer stärker mit Nitrat belastet ist und somit grundsätzliche Gefahren für das Trinkwasser bestehen, weiß die Nabu-Sprecherin aus zahlreichen Veröffentlichungen. Sie informierte jetzt die Landwirtschaftskammer über die ihrer Auffassung nach viel zu frühe Gülleausbringung. Nach dem Gespräch wurden zwei Kontrolleure der Kammer an den Acker zwischen Hamel und Friederikenstift entsandt – Ergebnis: Der Landwirt hatte sich an die bestehenden Regelungen gehalten, der Acker war bei der Ausbringung ausreichend aufgetaut. Für Zuzmann Grund genug, die aktuellen Regeln zu kritisieren: „In einer Stadt wie Bad Münder, die sich als Gesundheitsstandort sieht, Kliniken und Krankenhäuser hat, muss noch viel sensibler mit diesem Thema umgegangen werden.“

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