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"Zweitehandhaus" bietet dem Land die Rückabwicklung an

Grundstückstreit: Ahnsen verzichtet auf Vorkaufsrecht

Ahnsen/Schopsdorf (tw). Die Auseinandersetzung um die strittigen Grundstücke im Bereich des Minchen-Tunnels und der Wilhelmshöhe hat an Schärfe verloren - zumindest, was den Ahnser Part betrifft. Wie Rolf Czapiewski, Geschäftsführer der "Zweitehandhaus GmbH" mit Sitz in Schopsdorf mitteilt, hat Bürgermeister Heinz Grabbe (SPD) für die Gemeinde auf das Vorkaufsrecht verzichtet und die entsprechende Erklärung ausgestellt. "Damit", sagt Czapiewski, "kann das Grundstück nun auf uns umgeschrieben werden."

Auch auf den Minchen-Tunnel hat Ahnsen verzichtet. Foto: tw

Wie berichtet, hatte Zweitehandhaus Grabbe zu eben diesem Schritt ultimativ aufgefordert. Für den Fall, dass der Bürgermeister dagegen nicht unterschreibt, wollte ihn die GmbH wegen "Urkundenunterdrückung" anzeigen; die Frist endete am Dienstag, 11. September. Nun ist dieser - drastische - Schritt obsolet. Derweil gibt es bei Zweitehandhaus nunmehr ein anderes Planspiel: Danachüberlegen die Schopsdorfer, die Straßenbaubehörde auf Unterlassung der Nutzung zu verklagen, denn: "Straße, Leitplanke - das alles gehört uns", sagt der Geschäftsführer. So sei es "denkbar", besagte Straße halbseitig zu sperren und mit einer Baustellenampel zu versehen, "bis diese Angelegenheit ebenfalls geklärt ist." Ob das nun wirklich ernst gemeint ist oder nicht. Fakt ist: "Wir haben dem Land Niedersachsen jetzt eine Rückabwicklung des Kaufvertrages angeboten - allerdings gegen Erstattung der uns entstandenen Kosten sowie Erstattung des Gewinnausfalls", so Czapiewski. Die Antwort aus Hannover stehe noch aus. So oder so soll es für die beiden Ahnser Grundstücke, welche Zweitehandhaus derzeit zum Preis von 24 900 Euro (Minchen-Tunnel) respektive 19 900 Euro (Wilhelmshöhe) im Internet weiter veräußern will, bereits Interessenten gegeben haben. Darunter soll ein Nachfahre der Familie Wulff (Focke-Wulff Werke) sein, der über eine "museale Nutzung" im Bereich von Bergwerk und Tunnel nachdenke. Auch mit dem Bergwerksmuseum Kleinenbremen habe es Gespräche gegeben. Die GmbH, die ihre Immobilien unter anderem aus Zwangsversteigerungen, Nachlässen sowie von Insolvenzverwaltern und Banken bezieht und teilweise ganze Immobilienpakete einkauft, hat nach eigener Aussage bislang "mehr als 200 Objekte" verwertet, das heißt gekauft und wieder verkauft. "Dabei", so der Geschäftsführer, "hat es selten länger als ein Jahr gedauert, bis wir für ein Grundstück einen Käufer gefunden haben." Derzeit hat Zweitehandhaus 15 Objekte mit Preisen zwischen 299 Euro und 24 900 ins Netz gestellt; das Ahnser ist dabei das Teuerste. Zur Erinnerung: Im Jahre 2005 hatte das niedersächsische Finanzministerium, Hannover, eine Entbehrlichkeitsprüfung für die Grundstücke in Ahnsen vorgenommen. Dabei wurde die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in die Überprüfung mit einbezogen. Von dort her soll es geheißen haben, die Grundstücke seien "betriebsentbehrlich". Die Areale wurden im Dezember 2005 an die Zweitehandhaus GmbH verkauft, die sie zuvor öffentlich ersteigert hatte. Nachdem der Streit mit der Gemeinde Ahnsen um die (Un-)Rechtmäßigkeit eines Vorkaufsrechts nunmehr vom Tisch ist, beschäftigt die Kontroverse mit den Stadtwerken um den Umgang mit der Gasstation im vorderen Bereich des Tunnel-Grundstücks die Anwälte beider Seiten weiter. Die Stadtwerke in Gestalt von Geschäftsführer Karl Schleef wollten sich zu der Angelegenheit gegenüber der Landes-Zeitung unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

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