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Grundstücke am Kranzberg zu teuer?

BAD MÜNDER. In Deutschlands Metropolen wird Bauland immer teurer. In Bakede hingegen wird überlegt, die Grundstückpreise für das Baugebiet Kranzberg abzusenken. Das ist zumindest der Wunsch von Ortsbürgermeister Rolf Wittich.

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Autor:

Mira Colic

Denn seit Jahren hat es in dem Gebiet keine Verkäufe mehr gegeben, aktuell sind noch 20 der anfänglich 43 Grundstücke verfügbar. 79 Euro pro Quadratmeter werden dafür mindestens fällig. „Zu viel“, findet Wittich, „wir sind 20 Euro zu teuer.“ Deswegen habe er Gespräche mit André Horstmeyer, dem Geschäftsführer der für die Vermarktung zuständigen Sparkasse Weserbergland Finanz-Services GmbH, geführt. Auf der Gesellschafterversammlung Ende Juni sei intern auch über diese Möglichkeit gesprochen worden, bestätigt Horstmeyer. Allerdings könne eine solche Entscheidung nicht übers Knie gebrochen werden. „Wir müssen rechnen und kalkulieren.“ Schließlich dürften die Grundstücke nicht unter Wert verkauft werden. Bis zum 30. September will die Sparkasse nun ein schlüssiges Vermarktungskonzept entwickeln. Denn auch Horstmeyer weiß: „Angesichts des niedrigen Zinsniveaus für Bauherren müssen wir uns schon fragen, wenn wir die Grundstücke nicht jetzt verkaufen, wann dann?“

Allerdings seien alternativ zu einer Preissenkung auch andere Möglichkeiten denkbar, um Bauherren anzulocken, etwa der kostenlose Bau eines Carports. Zu solch einer Lösung tendiere man innerhalb der Sparkasse, erklärt der Geschäftsführer. Und auch mit der Verwaltung habe es bereits Gespräche gegeben, wie man Interessenten den Bereich Bakede schmackhafter machen könne. So habe Bürgermeister Hartmut Büttner Bereitschaft signalisiert, den Bebauungsplan ändern zu lassen, um Bauherren mehr Freiheiten zu eröffnen – also nicht mehr rote Dachziegel oder weiße Klinkerfassaden vorzuschreiben.

Wittichs Vorwurf, dass die „Sparkasse nicht mitzieht“, will Horstmeyer so nicht stehen lassen. Das Geldinstitut kämpfe an vielen Fronten und das Baugebiet in Bakede sei aufgrund seiner Größe – „etwas überdimensioniert“ schon eine Herausforderung. In Hachmühlen sind in diesem und vergangenen Jahr acht Grundstücke verkauft worden. „Wenn erst mal ein Baukran aufgebaut ist, zieht das viele weitere Interessenten“, erklärt Horstmeyer den plötzlichen Schwung. Die Flaute nach den ersten Verkäufen in Bakede begründet der Experte mit dem Wegfall der Eigenheimzulage. „Außerdem haben wir heutzutage die Entwicklung, dass Leute eher vom Land in die Stadt ziehen. Das war vor einigen Jahren noch anders.“

Warum nun aber das Wohnbaugebiet „Auf der Höhe“ in Hachmühlen plötzlich so beliebt ist, sich in Bakede aber nichts tut, weiß der Geschäftsführer der Sparkassen-Tochter auch nicht. Zumal er die Nähe zur Autobahn als Standortvorteil sieht. Aber vielleicht hat dies doch etwas mit dem Preisniveau zu tun: In Hachmühlen kosten die Grundstücke zwischen 37 und 57 Euro pro Quadratmeter.

Auch der Ortsrat hat seit 2014 viel versucht, um das Gebiet bekannter zu machen. Um eine möglichst hohe Aufmerksamkeit auf das Baugebiet zu lenken, ist an der Bundesstraße 442 eine Hinweistafel aufgestellt worden und der Bürgerverein hat einen Image-Flyer mit dem Titel „Bakede – Ein Dorf mit Zukunft“ erstellt. Das Faltblatt richtete sich vor allem an Auswärtige und sollte mit wenigen Sätzen zeigen, wie das Leben in Bakede aussieht und was der Ort bietet.

Während die Ehrenamtlichen vollen Einsatz zeigten, komme von der Sparkasse zu wenig, klagt Wittich. Von Anfang an seien Fehler gemacht worden und keine seiner Anregungen, etwa bezüglich Seniorenwohnungen, aufgegriffen worden. Aber ein Investor könne ja auch nicht angesprochen werden, wenn nicht sicher sei, wie hoch die Grundstückspreise liegen. Am Montag wollen sich Horstmeyer und der Ortsbürgermeister zusammensetzen – genügend Klärungsbedarf gibt es.

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