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Schulleiterin Menzel möchte für die ersten und zweiten Klassen die Eingangsstufe einführen

Grundschule Meerbeck will Vorreiter sein

Meerbeck (sk). Bislang gibt es sie im Landkreis an keiner Grundschule in kommunaler Trägerschaft. Jetzt will die Grundschule Meerbeck Vorreiter werden für die so genannte Eingangsstufe, die nach dem Willen des Kultusministeriums bis 2010 an allen Grundschulen eingeführt sein soll. Harald Tielking, Leiter der Regenbogenschule in Stolzenau, hat 70 Eltern über das neue Schulkonzept informiert und sich den Fragen der Zuhörer gestellt.

Eingangsstufe bedeutet, dass die Schüler der Klassen eins und zwei jahrgangsübergreifenden Unterricht erhalten, also nicht mehr als separate Klassen existieren. Dies ist im Hinblick auf das pädagogische Konzept nicht mit so genannten Kombiklassen zu vergleichen, die gebildet werden müssen, wenn für verschiedene Klassenstufen nicht genügend Schüler vorhanden sind. Die Eingangsstufe arbeitet nach dem Leitbild von Maria Montessori (1870-1952). Die Reformpädagogin entwarf einen offenen Unterricht, in dem der Lehrer für jedes Kind individuell passende didaktische Techniken anwendet, um das Kind maximal zu fördern. Bernadette Menzel, Leiterin der GS Meerbeck, möchte die Montessori-Pädagogik an der Schule umsetzen. Ein wesentlicher Aspekt der Eingangsstufe ist die zeitweise gleichzeitige Konfrontation jüngerer und älterer Kinder mit dem gleichen Lernstoff. Was die Jüngeren neu lernen, rekapitulieren die Älteren. Diese unterstützen die Jüngeren, was wiederum das Selbstwertgefühl der Älteren stärkt. Als Spiral-Curriculum (in der ersten Klasse lernen, in der zweiten Klasse wiederholen) stellte Tielking diese Art Lehrplan vor. Als weiteren Vorzug beschrieb der Pädagoge, dass die Kinder in der Eingangsstufe nie aus ihrem Verband herausgerissen werden. Wer in der Regelschule eine Klasse wiederholen muss, kommt in eine völlig neue Gruppe. In der Eingangsstufe verweilt ein ganzer Pool von Kindern maximal drei Jahre. Niemand wird zurückgesetzt, auch wenn erStoff wiederholt. Andererseits können "Überflieger" bereits nach einem Jahr aussteigen und in die dritte Klasse wechseln. Der Erfolg der Eingangsstufe steige und falle aber mit den Lehrerressourcen, so Tielking. Eine individuellere Betreuung der Kinder erfordert mehr Lehrer oder pädagogische Mitarbeiter. Menzel meint, das Konzept mit den ihr zur Verfügung stehenden Kräften umsetzen zu können. Die Entscheidung für die Eingangsstufe werde in einer Gesamtkonferenz unter Mitsprache der Eltern getroffen, keinesfalls aber schon zum folgenden Schuljahr umgesetzt. In diesem Punkt waren etliche Eltern beunruhigt, die befürchteten, das neue Konzeptwerde "über ihre Köpfe hinweg" beschlossen. Menzel: "Ich möchte nichts tun gegen den Elternwillen."




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