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Bundestagskandidat Dr. Marcus Schaper besucht heimische Unternehmen / Gestern bei Neudorff

Grüne setzen verstärkt auf Wirtschaftspolitik

Aerzen (ll). Die rot-grüne Ente von Dr. Marcus Schaper bleibt an diesem Morgen auf dem Parkplatz vor seinem Wohnhaus stehen. Ein Problem mit der überhitzten Zündspule zwingt den promovierten Politikwissenschaftler dazu, auf einen Otto-Normal-Volkswagen als Wahlkampfmobil zurückzugreifen. Grüner Wahlkampfbesuch in der Versuchsgärtnerei in Aerzen des biologischen Pflanzenschutzmittelherstellers Neudorff: Die gelbe Sonnenblume in Firmen- und Parteiemblem ist nur eine Gemeinsamkeit, die beim Ortstermin deutlich wird.

Wachsendes Umweltbewusstsein in der Gesellschaft – selbstverständlich initiiert durch grüne Politik, wie Brigitte Pothmer (MdB) ergänzt – und Produkte, die auf den Endverbrauchermarkt ausgerichtet sind, seien die Erfolgsrezepte des heimischen Unternehmens. Wie Neudorff-Geschäftsführer Hans-Martin Lohmann berichtet, hat sich der Emmerthaler Mittelständler im Bio-Segment auch gegen chemische Großkonzerne zu behaupten – mit Erfolg.

Umso wichtiger sei es, Forschung und Entwicklung in den Unternehmen voranzutreiben. Dabei sind laut Lohmann die aufwendigen Zulassungsverfahren kein Problem, sondern sie sind auch gerechtfertigt. Vielmehr seien für kleine und mittelständische Unternehmen wie Neudorff schnelle Genehmigungen erforderlich, um am Markt bestehen zu können. Drei Prozent des Umsatzes steuerlich freistellen, um Forschung und Entwicklung im eigenen Betrieb zu unterstützen – eine Forderung grüner Bundespolitik, die in Aerzen auf offene Ohren stößt.

Denn nicht zuletzt geht es in diesem Wahlkampf auch darum, die wirtschaftspolitische Kompetenz der Grünen zu unterstreichen. „Kompetenzzuweisungen sind eben sehr langlebig“, weiß Brigitte Pothmer aus der Arbeit in ihrem Hildesheimer Wahlkreis.

Marcus Schaper besucht derzeit vor allem auch Unternehmen in der Region. Etliche Gespräche bei Firmen hätten Schaper dabei gezeigt, dass der Wirtschaftsstandort Weserbergland zwar großes Potenzial habe, einige Voraussetzungen für eine ideale Nutzung aber fehlten. „Entscheidend wird sein, Fachkräfte in die Region zu holen“, sagt Schaper. „Gute Fernbahnverbingungen sind dafür erste Voraussetzung.“ Für Schaper sonnenklar: Um krisensichere und zukunftsorientierte Arbeitsplätze zu schaffen, müssen alle Potenziale der Region ausgeschöpft werden. Dazu zählten neben der Förderung von Forschung und Entwicklung in den Betrieben vor Ort auch bessere Ausbildungsmöglichkeiten, etwa durch die Stärkung eines Fachhochschul-Standortes und die möglichst frühe Schaffung eines Bewusstseins für Ökologie.




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