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60 Jahre Posaunenchor Bückeburg: Neben Chorälen hat auch Peppiges und Modernes seinen Platz

Gründer übten noch in Witzels Wohnzimmer

Bückeburg (mig). Weil 1998 der 50. Jahrestag des Bückeburger Posaunenchors schlicht "vergessen" wurde, soll jetzt das 60. Bestehen richtig gefeiert werden. Die große Geburtstagsfeier beginnt am Freitag und Sonnabend, 29. und 30. August, mit Probenarbeit und endet am Sonntag, 31. August, mit einem Festgottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen.

Dass im sogenannten "Kuhlo-Raum" an der Herderstraße Bläser zu Hause sind, zeigt schon das abgegriffene Tenorhorn über der Tür. Jeden Freitag üben hier bis zu 25 Bläser - an diesem Abend dringen Kompositionen von Traugott Fünfgeld, Bach und "Be-Swingtes" aus dem ehrwürdigen Gebäude. Leiter Siebelt Meier: "Wir wollen am Sonntag festlichfröhliche Bläsermusik aus vier Jahrhunderten präsentieren." Meier hat das Jubiläum im Festausschuss gemeinsam mit Renate Barkhausen und Ulla Brinkmann vorbereitet. Eingeladen sind alle 20 Posaunenchöre der Landeskirche, dabei sein werden Gruppen aus Sülbeck, Wendthagen, Großenheidorn, Seggebruch und Meerbeck. Der Jubiläumsmarathon beginnt am Freitag und Sonnabend mit Probenarbeit und einem gemütlichem Beisammensein. Am Sonntag ist um 8.45 Uhr ein Kurrendeblasen angesetzt. Um 10 Uhr beginnt schließlich der Festgottesdienst (mit Ehrungen durch Landesposaunenobmann Pastor Wilfried Vauth), danach findet ein offenes Blasen statt. Um 12 Uhr endet die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Mittagessen. Die Geschichte des Bückeburger Posaunenchors liegt in seinen Anfangszeiten ein wenig im Dunkeln. Eine Umfrageaktion aus dem Jahr 1967 belegt 1948 als Gründungsjahr. Ins Leben gerufen wurde der Chor mündlichen Berichten zufolge von der Familie Witzel. Mann der ersten Stunde war Heinrich Witzel, der zusammen mit weiteren zwei oder drei Personen die Gruppe die Gründungsmitglieder bildete. Zunächst ging es im Posaunenchor eher familiär zu. Geübt wurde im Wohnzimmer. Sohn Ernst Witzel erinnert sich später: "Mein Vater war zumindest Mitgründer, vermutlich auch Initiator. Bereits in seiner Jugend hatte er von einem älteren Bruder das Blasen erlernt und wollte es wohl nach den Kriegswirren auch wieder in der Gemeinschaft praktizieren." Mit Diakon Heinrich Buzmann kam 1965 der Generationswechsel. Buzmann ließ alte Instrumente wieder mobil machen und betrieb intensiv die Anfängerausbildung. In Spitzenzeiten hatte der Chor damals 40 überwiegend jugendliche Aktive. 1969 übergibt Buzmann den Chor schließlich an den Kirchenmusiker Edgar Räuschel, der den Dirigentenstab 1995 an Siebelt Meier weitergibt. Meier bringt, zunächst in seiner Funktion als Landesposaunenwart und seit 2003 auch als Kantor an der Bückeburger Stadtkirche, neuen Schwung in die Bläsertruppe. Mit seinen Erfahrungen in der Jungbläserarbeit startet er bald und in regelmäßigen Abständen Übungsstunden für Anfänger und Fortgeschrittene. 1999 wird sogar ein Ferienspaß-Schnupperkurs auf die Beine gestellt. Derzeit hat der Chor 20 bis 25 Mitglieder: Jungen, Mädchen, Frauen und Männer im Alter zwischen zwölf und 75 Jahren spielen Horn oder Posaune, Trompete oder Tuba. "Im Posaunenchor kann man in jedem Alter anfangen, ich habe auch erst in den 40ern damit angefangen", sagt Renate Barkhausen. Ein echter Höhepunkt für alle Teilnehmer war in diesem Jahr der Deutsche Evangelische Posaunentag in Leipzig, außerdem fahren die Bückeburger regelmäßig zu den Evangelischen Kirchentagen. Über das Jahr gestaltet der Chor zahlreiche Veranstaltungen, unter anderem die Bläser-Serenade im Schlosshof, den Weihnachtszauber, den Weihnachtsmarkt, Geburtstagsfeiern oder Laterne-Singen. Bekannt ist der Chor auch für seine frischen Kirchenkonzerte. Dass es im Posaunenchor nicht mehr zugeht wie zu Zeiten von Posaunengeneral Kuhlo, will der Chor am Jubiläumswochenende unter Beweis stellen. Ulla Brinkmann: "Wichtig sind uns sowohl die Gemeinschaft als auch der musikalische Anspruch. Der Trend geht dahin, nicht mehr nur getragene Choräle zu spielen, sondern auch peppige und moderne Rhythmen."




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