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Zukunft der Ortsfeuerwehren bereitet dem Schaumburger Kreisfeuerwehrverband Sorgen

Grote: "Mir fehlt jegliches Verständnis dafür"

Landkreis (mw). In der mit rund 300 Teilnehmern voll besetzten Aula der Lindhorster Magister-Nothold-Schule hat der Kreisfeuerwehrverband Schaumburg seine Verbandsversammlung abgehalten. Zur Sprache ist am Freitag unter anderem die wirtschaftliche und personelle Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren gekommen. Daneben haben auch Ehrungen auf der Tagesordnung gestanden.

"Die Belastungsgrenzen sind erreicht und werden bei vielen Einsätzen über schrit ten", hat Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote auf die Situation der Schaumburger Ortsfeuerwehren hingewiesen. Dabei hatte er nicht nur die zahlreichen Unfälle auf der Autobahn bei Lauenau im Fokus. Angesichts der demografischen Entwicklung und der Arbeitsplatzsituation werden Feuerwehrleute immer schwerer tagsüber verfügbar sein. "Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass teilweise über Auflösungen von Freiwilligen Feuerwehren nachgedacht wird", stellte er klar. Vor diesem Hintergrund hob Grote die Bedeutung der kreisweit 92 Jugend- und 26 Kinderfeuerwehren hervor. So werde etwa der Bestand der Ortsfeuerwehren nahezu ausschließlich durch Übernahmen aus den Jugendfeuerwehren gesichert. Laut Grote müssen zudem Lösungen gefunden werden, um die 110 Feuerwehren zu finanzieren und Arbeitgeber steuerlich zu entlasten, wenn diese Aktive für Einsätze freistellen. Die Schaumburger Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle arbeite "in fachlicher und wirtschaftlicher Hinsicht hervorragend", warb Grote mit Blick auf die im Gespräch befindliche Zusammenlegung mit dem Nienburger Pendant. "Große Sorgen bereitet uns die Bundesausstattung", berichtete Grotes Vize Rainer Kuhlmann aus Rinteln. Ein bereits im Jahr 2004 ausgesonderter ABC-Erkundungskraftwagen sei bislang nicht ersetzt und das fast 30 Jahre alte Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug als "technisch überholt und abgängig zu bezeichnen". Günter Schneider, ebenfalls Kreisbrandmeister-Vize, informierte, dass die Unfallstatistik keine schwerwiegenden Unfälle von Schaumburger Feuerwehrleute enthält. Die Anzahl der Unfallmeldungen weise keine wesentlichen Veränderung zu den Vorjahren auf. Auch Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier hatte "kein Verständnis für Gedanken, die die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr zum Ziel haben". Dabei erinnerte er an die Einsätze wegen des Sturmes "Kyril". "Wunsch und Hoffnung" sei, dass der Sitz einer aus der Zusammenlegung hervorgehenden Leitstelle im Landkreis Schaumburgbleibt. "Unsere" Leitstelle weise hohe Einsatzzahlen und niedrige Kosten auf, so der Landrat. Derzeit lasse er eine Vergleichsberechnung zwischen den beiden Landkreisen erstellen. Mit dem "Deutschen Feuerwehr Ehrenkreuz in Gold" wurden die Gemeindebrandmeister Jürgen Wilkening (Rodenberg) und Manfred Kleine (Lindhorst) geehrt. Heinrich Brand (Ortsbrandmeister Volksen) erhielt die silberne Variante dieser Auszeichnung. Die Feuerwehr-Ehrenmadaille wurde dem "Zivilisten" Gerhard Busche, Samtgemeindebürgermeister Lindhorst, verliehen.




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