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Bauernhaus brennt aus - 300 000 Euro Schaden / Einer der größten Brandeinsätze der heimischen Feuerwehr-Geschichte

Großfeuer: Wasser wird aus der Ferne herangeschafft

Egge (ube). Es war ein Inferno - riesige Flammen, pechschwarzer Qualm. Erst brannte nur ein mit Getreide beladener Anhänger in der Bruchsteinscheune, dann der ganze Dachstuhl. Wenig später fing das Bauernhaus Feuer. Eine fünfköpfige Familie musste gestern Nachmittag hilflos mit ansehen, wie ihr Besitz verkohlte. Auf dem Hof im "Holländischen Feld" zwischen Egge und Schevelstein, dicht hinter der Landesgrenze,wohnten drei Generationen unter einem Dach - nun sind ein Ehepaar, seine Kinder (elf und zwölf Jahre alt) sowie eine alte Dame obdachlos. Sie haben innerhalb kürzester Zeit Haus und Hof, Hab und Gut verloren. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 300 000 Euro.

Mit Schaum wird versucht, Glutnester zu ersticken. Foto: ube

Freiwillige Feuerwehrleute aus Egge trafen zuerst am Brandort ein. "Die Bewohner hatten sich schon ins Freie gerettet", sagt Ortsbrandmeister Heinrich Pape. "Da haben wir damit begonnen, die Tiere zu retten." Hartwig zur Mühlen, Ortsbrandmeister von Groß Berkel, übernahm die Einsatzleitung. Ein schwieriges Unterfangen. In der Anfangsphase war viel zu wenig Wasser da. Tanklöschfahrzeuge mussten her. Sogar aus Rinteln, Bösingfeld, Hameln und Kirchohsen wurde das dringend benötigte Löschwasser herangeschafft. Parallel dazu verlegten Helfer aus zahlreichen Ortswehren kilometerlange Schlauchleitungen. Am Ende waren sie alle da - sogar zwei Flughafen-Tanklöschfahrzeuge der Werkfeuerwehr der Lebenshilfe. Jeder Dreiachser hat 11 000 Liter Wasser an Bord. Auch ein Landwirt beteiligte sich am Löscheinsatz. Er schaffte 18 000 Liter Wasser mit einem Gülle-Anhänger herbei. Doch: Was nützt das ganze kostbare Nass, wenn Haus und Scheune schon weitestgehend zerstört sind? "Alle Kameraden haben wirklich alles gegeben", sagt Einsatzleiter Hartwig zur Mühlen. Die Flammen fraßen sich einfach zu schnell von Dachboden zu Dachboden. Heu und Stroh lieferten reichlich Nahrung. 220 Frauen und Männer aus 16 Wehren waren bis tief in die Nacht im Einsatz. Sie kamen aus zwei Bundesländern und drei Landkreisen, um zu helfen. Es war wohl einer der größten Brandeinsätze in der heimischen Feuerwehr-Geschichte. Bei Redaktionsschluss war das Feuer zwar unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht. Einsatzleiter zur Mühlen ließ schweres Gerät kommen, um den Heuboden der Scheune räumen zu können. Dort glimmten große Mengen Stroh. Zuvor hatte die Rintelner Werkfeuerwehr der Lebenshilfe das brennende Stroh mit Spezialschaum abgedeckt und mit Wasser besprüht. So konnte die Flüssigkeit tief in den Haufen eindringen. Die Brandursache ist noch unklar.



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