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Großes Ausmisten für den Umzug

Bad Münder. Die Stadtbücherei wird umziehen, so viel steht fest. Wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres soll die Einrichtung ihre neuen Räumlichkeiten in der ehemaligen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule beziehen. Aus diesem Grund hat Leiterin Sigrid Seidel bereits mit dem Aussortieren des riesigen Bestands angefangen. „Ich habe schon 600 Bücher ausrangiert, aber ich werde noch bis zu 2000 aussortieren.“

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Diese Bücher legt sie am Ausgang aus, sodass Besucher diese mitnehmen können. Im vergangenen Jahr hatte Seidel 286 Leser, die die Bibliothek insgesamt 2371 Mal besucht haben. Damit ist die Zahl der Besucher gesunken, 2013 waren es noch 329, darunter viele Kinder und Jugendliche. Etwa 89 Unter-Zwölfjährige kamen im Vorjahr in die Bibliothek, in dem Alter sind es noch gleich viele Jungen wie Mädchen. „Die Besuche nehmen aber mit der Pubertät deutlich ab und es kommen dann mehr Mädchen als Jungen. Im letzten Jahr haben insgesamt 238 Mal Mädchen über elf Jahren die Bibliothek besucht und 62 Mal Jungen“, sagt Seidel.

In den 17 Jahren, die Seidel die Bibliothek bereits führt, haben sich viele Bücher, Zeitschriften und Hörbücher angesammelt. Insgesamt hat sie in der Einrichtung an der Wallstraße 15 700 Medien. Natürlich kauft Seidel auch immer wieder Neuerscheinungen und sie bekommt auch häufig Bücher gespendet, sodass der Bestand ständig steigt. „Insgesamt habe ich 637 neue Bücher im letzten Jahr bekommen, von denen ich aber nur 160 gekauft habe“, sagt Seidel dankbar. Die Bücher kauft sie von einem Zuschuss der Stadt. 20 Cent pro Einwohner bekommt Seidel von der Stadt, also rund 1500 Euro. Mit dem Geld kauft sie aber nicht nur neue Bücher, sie hält damit auch die Bibliothek instand und ersetzt manchmal alte Regale oder Stühle. Wie sehr ihr die Einrichtung nach all den Jahren ans Herz gewachsen ist, sieht man an der Zahl der Überstunden, die Seidel macht. Neben den 429 Stunden pro Jahr, die die Bücherei geöffnet hat, engagiert sich die Leiterin noch weitere 264 Stunden ehrenamtlich. „Etwa für Veranstaltungen, wie das Lesecafé während des Weihnachtsmarktes, das Bilderbuchkino und die Märchen-Oma.“

Eine ihrer Lieblingsaufgaben ist das Aussuchen neuer Werke. Die Bibliotheksleiterin selbst liest auch sehr gerne Krimis. Gerne ausgeliehen werden die neuen Bücher wie zum Beispiel „Die verlorenen Spuren“ von Kate Morton. Nach wie vor beliebt sind die Romane von Jonas Jonasson: „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ und „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. „Ich komme auch gerne Leserwünschen nach“, so Seidel. Harry Potter von Joanne K. Rowling hingegen ist kein Renner mehr. „Die Bücher werden nur noch ausgeliehen, wenn es gerade den Film im Fernsehen gab.“ Insgesamt wurden 2014 7627 Medien verliehen. Und das alles bekommen Mitglieder der Bibliothek für gerade einmal 50 Cent – so viel kostet nämlich einmalig das Ausstellen eines Leseausweises, Kinder zahlen 25 Cent.Döring



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