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Rettungskräfte üben auf dem Flugplatz Achum / 14 schwer verletzte Soldaten zu versorgen

Großeinsatz nach einem Hubschrauber-Crash

Bückeburg. Dramatische Szenen auf dem Rollfeld des Heeresflugplatzes Achum: Ein Transporthubschrauber vom Typ NH 90 ist beim Anflug verunglückt. Die über fünf Tonnen schwere Maschine, die mehr als das Doppelte ihres Leergewichts durch die Luft befördern kann, hat wie man im Luftfahrtjargon sagt eine sogenannte "harte Landung" hingelegt. 14 Bundeswehrsoldate n werden bei dem Crash zum Teil schwer verletzt. Binnen Sekunden wird vom Kontrollturm Großalarm ausgelöst. Militärische sowie zivile Rettungskräfte setzen sich umgehend zur Bergung und medizinischen Versorgung der verletzten Soldaten in Bewegung.

Autor:

Johannes Pietsch

Glücklicherweise: Das Unglücksszenario war nur eine Übung. Aber es war schon zugegebenermaßen spektakulär, was die Organisatoren und Helfer der Großübung unter Leitung von Oberstleutnant Manfred Preyer, seines Zeichens Flugsicherheitsoffizier der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg, da in Szene gesetzt hatten. Der Anflug einer echten NH 90, realistisch geschminkte, schreiende Verletzte und ein Massenaufgebot von Rettungskräften ließen beim Beobachter ein beklemmendes Gefühl und Erinnerungen an echte, glücklicherweise bisher nicht in Achum passierte Großunglücke aufkommen. Geübt werden sollte das sogenannte MANV-Konzept. Diese Abkürzung steht für Massenanfall von Verletzten. Kern der Übung ist es, auf Grund der hohen Verletztenzahl entsprechend große, im Voraus definierte Kontingente von medizinischem Rettungspersonal durch die Rettungsleitstelle des Landkreises und unter Führung eines leitenden Notarztes an der Unglücksstelle einzusetzen. Als erste Einsatzkräfte waren die Mitglieder der Notdienstgruppe der Heeresfliegerwaffenschule, bestehend aus Flugplatzfeuerwehr, Fliegerarzt und Sanitätssoldaten, vor Ort. Sie hatten als erste Aufgabe die Verletzten aus dem Gefahrenbereich der verunglückten Maschine zu bringen und an einem Verletztensammelplatz erste lebenserhaltende Maßnahmen durchzuführen. Von dort erfolgte durch ziviles und militärisches Sanitäts- und Flugsicherheitspersonal der geordnete Transport zum Rand des Flugfeldes, wo Mitarbeiter der Schnellen Einsatzgruppe des DRK-Kreisverbandes unter Leitung von Zugführer Bernd Harmening daran gingen, in Windeseile einen vollständigen medizinischen Behandlungsplatz mit Zelten aufzubauen. "Dies ist erforderlich, da ein einzelnes Krankenhaus mit so vielen Verletzten auf einmal völlig überfordert wäre", so Übungsleiter Manfred Preyer. "Auf dem Behandlungsplatz werden die Verletztendaher so lange von Notärzten versorgt, bis genügend aufnahmefähige Krankenhäuser gefunden wurden." Zu den schwierigen Hürden der Großübung zählte dabei nicht nur die Koordination von zivilen und militärischen Rettungskräften, sondern auch ein effizientes Verkehrskonzept auf dem für auswärtige Hilfskräfte fremden und unübersichtlichen Flugplatz. Zudem mussten die Gefährdungspotenziale des verunglückten und möglicherweise brennenden Hubschraubers beachtet werden. Oberstleutnant Manfred Preyer konnte dennoch nach Abschluss derÜbung ein überaus positives Fazit ziehen: "Bis auf kleine Defizite in der Verständigung zwischen zivilen und militärischen Kommunikationsnetzen ist die Übung außerordentlich gut gelaufen. Der zeitliche Ablauf war nahezu optimal, und alle Verletzten haben die erforderliche medizinische Versorgung erhalten."




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