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Große Sorge um Arbeitsplätze

Bad Münder. Die Awo Gesundheitsdienste sind in der Insolvenz, das Springer Klinikum soll geschlossen und die Postbank verkauft werden. „Viele Mitarbeiter im Deister-Sünteltal bangen momentan um ihre Arbeitsplätze“, sagte Hans Georg Diekmann, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Ardagh Group und Vorsitzender der örtlichen IG BCE-Gruppe. Umso wichtiger sei die Gewerkschaftsarbeit – und damit auch die traditionelle Maikundgebung auf dem Steinhof, die im vergangenen Jahr ausgefallen war. Statt eines externen Mairedners kamen gestern heimische Akteure zu Wort, die über die Arbeitsbedingungen in Bad Münder sprachen.

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Autor:

Mira Colic

Auch Bürgermeister Hartmut Büttner betonte die großen Herausforderungen, der sich die Stadt stellen müsse. „Wir sind ein Kurort und der größte Arbeitgeber sind die Awo Gesundheitsdienste. Ich hoffe sehr, sowohl für die Region als auch für die Mitarbeiter, dass sich diese Situation gut entwickelt.“ Etwas über die aktuelle Lage bei der Awo erfuhren die Gäste von Werner Bunzenthal, stellvertretender Awo-Betriebsratsvorsitzender: Demnach sei das Gehalt der Mitarbeiter durch das Insolvenzgeld für die nächsten drei Monate gesichert. „Wir sind guter Hoffnung, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Ob es gut oder schlecht ist, dass die Geschäftsführung im Amt geblieben ist, möchte ich hier nicht diskutieren.“

Positiv sieht die Arbeitsplatzentwicklung zurzeit bei Haworth aus, wie Betriebsratsvorsitzender Gerd Ahrens erklärte. „Bis Ende des Jahres werden noch 30 Arbeitsplätze aufgebaut.“ Und auch der Nachwuchs habe bei dem Büromöbelhersteller gute Aussichten: „Den letzten Jahrgang der Auszubildenden haben wir unbefristet übernommen.“ Im Durchschnitt seien 20 Azubis am Standort in Bad Münder beschäftigt. „Wir müssen in diesem Bereich etwas tun, weil unser Altersdurchschnitt mit 48 Jahren zu hoch ist“, so Ahrens.

Ein Problem, das auch Udo Koep nur allzu gut kennt. „Ich bin mit 52 Jahren der jüngste in meiner Abteilung“, sagte der Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung. Leider müsse die Verwaltung jedoch Stellen einsparen, sodass den drei Auszubildenden im Haus nach bestandener Prüfung – wenn überhaupt – im Anschluss nur ein befristeter Vertrag angeboten werden könne.

Wer hingegen bei Ardagh Glass eine Ausbildung anfängt, kann sich relativ sicher sein, im Anschluss auch übernommen zu werden. „Ardagh hat in den vergangenen zehn Jahre alle Azubis übernommen“, betonte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Diekmann.

Moderator Stefan Weis, Vorstandssekretär der IG BCE, wollte von den Betriebsratsvertretern auch wissen, welche Belastungen tagtäglich auf die Mitarbeiter zukommen. „Die Mitarbeiter sind extrem belastet und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, weil es zum Beispiel keine Richtlinien gibt, wie viel Personal für wie viele Patienten vorgehalten werden muss. Da regiert ganz brutal der Markt“, so Bunzenthal von der Awo. Wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs sei auch die Attraktivität seines Standorts. „Gerade Krankenhäuser befinden sich im Wettbewerb um qualifiziertes Personal und da ist eine attraktive Stadt mit einer guten Infrastruktur natürlich von Vorteil.“

Nach der 45-minütigen Gesprächsrunde wurde der gemütliche Teil der Mai-Feier eingeläutet: Die Folkband Sixpack spielte auf, die Kinder amüsierten sich auf der Hüpfburg und das Küchenteam des Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrums servierte rund 400 Portionen Erbsensuppe.



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