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Dafür gibt es viele Gründe: Generation der Erben und Konkurrenz durch Neubauten

Große Auswahl - Preise im Keller: Mehr Gebrauchtimmobilien als Käufer

Rinteln (wm). Wer zurzeit ein Haus kaufen möchte, hat nicht nur eine große Auswahl unter allen möglichen Baujahren und in allen Preisklassen, sondern kann um den Preis auch gnadenlos pokern - wie ein Blick in die Immobilienseiten unserer Zeitung zeigt. Zurzeit gelten die Spielregeln des "Käufermarktes".

Bernd Rinne

Dass die Gebrauchtimmobilienpreise im Keller sind, dafür gibt es viele Gründe, und die haben nichts mit der Immobilienkrise in den USA zu tun, schilderten gestern auf Anfrage die Immobilien-Abteilungschefs der beiden großen heimischen Geldinstitute, Achim Lüders von der Sparkasse Schaumburg und Bernd Rinne von der Volksbank in Schaumburg. Rund 320 Gebrauchtimmobilien hat die Sparkasse zurzeit im Angebot, etwa 100 die Volksbank. Mit eine Ursache dafür, dass seit rund drei Jahren immer mehr Gebrauchtimmobilien auf dem Markt kommen, was zum schleichenden Preisverfall beiträgt, sei die "Generation der Erben", erläuterte Lüders: "Die Kinder wohnen ja meist ganz woanders, nämlich da, wo sie arbeiten, und wollen deshalb verständlicherweise ihr Elternhaus verkaufen."Lüders registriert Preisabschläge von 10 bis 20 Prozent, je nach Objekt und Lage: "Das hat sich so in den letzten vier bis fünf Jahren ent wickelt." Lüders wie Rinne verweisen aber darauf, dass es keinen Sinn hat, konkrete Preisbeispiele zu nennen, etwa für ein Einfamilienhaus, Baujahr 1970 - die Preise seien selbst in einem so begrenzten Segment je nach Ausstattung und Zustand des Objekts viel zu unterschiedlich. Ganz entscheidend sei letztlich die Lage, davon hänge alles ab. Stimme die Lage, lasse sich sogar ein Preis ge gen den Trend erzielen. Es sei auch irrig zu glauben, weil es kaum mehr Landwirte gibt, seien Resthöfe im Schaumburger Land besonders vom Preisverfall betroffen. Dem sei nicht so, sagt Lüders, hier gebe es durchaus eine Interessentengruppe, nämlich Menschen, die ein Leben auf dem Land verwirklichen wollen und hier ihr Hobby pflegen, beispielsweise Pferde zu halten. Grundsätzlich gelte, schildert Rinne: "Mehrfamilienhäuser sind schwer zu verkaufen, kaum jemand will mehr mit einer zweiten Partei im Haus leben, und dass Eltern und Kinder unter einem Dach leben, gibt es kaum noch." Altimmobilien stehen wiederum in Konkurrenz zum Neubau: Junge Familie bauen lieber preiswerte Häuser, ohne Keller, die schnell wieder zu verkaufen sind - man muss beruflich heute flexibel sein und somit möglichst mobil bleiben. Außerdem, schilderten Rinne und Lüders, hätten neue Baugebiete für junge Familien den Vorteil, dass man dort junge Familien in der Nachbarschaft hat. Ein bisschen besser ist dran, wer eine leerstehende Gewerbeimmobilie hat - er kann die Kosten wenigstens noch von der Steuer absetzen. Dass ab Juli dieses Jahres ein Energieausweis für Gebrauchtimmobilien Pflicht wird, schilderte Lüders, sei ein weiterer Grund für den Preisdruck: "Kaufinteressenten schauen genau hin, ob Fenster, Dachisolierung oder Heizung erneuert werden müssen." Wobei Rinne Althausverkäufern abrät, vorauseilend einen Energiepass ausstellen zu lassen: 80 Prozent der Käufer kämen ohnehin mit einem eigenen Gutachter, "das wäre rausgeschmissenes Geld".



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