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Keine alten Markierungen aufgestöbert

Grenzwanderer einmal vergebens um die alte Vogtei

Feggendorf (nah). Im vierten Jahr ihrer Suche nach historischen Grenzsteinen in der Region ist eine Gruppe von Feggendorfern zum ersten Mal vergeblich unterwegs gewesen. "Wir haben keinen Stein gefunden", berichtete jetzt Mitglied Uwe Hafenrichter von der Tour rund um die alte Vogtei Hattendorf. Eigentlich hätten da einige steinerne Marken stehen können. Denn das Gebiet gehörte zeitweilig zum Amt Lauenau, bevor es 1647 der unter hessischer Verwaltung stehenden Grafschaft Schaumburg zugeschlagen wurde.

Zwei Dinge hat der Freundeskreis bei seinen an jährlich einem Wochenende stattfindenden Touren gelernt: das nicht immer einfache Aufspüren alter Demarkationslinien in der Gemarkung und der Wechsel von Territorien zwischen den jeweils Herrschenden. Eigentlich geht die Neugier auf die Grenzen des späten Mittelalters auf Hafenrichter selbst zurück. Schon als Kind habe er sich über elterliche Äußerungen gewundert, dass diese nach Auetal "ins Hessenland fahren" würden. Als er diese Episode einmal den mitwandernden Freunden erzählte, mit denen er schon seit gut zwölf Jahren regelmäßig auf Tour geht, war das Besinnen auf hiesige historische Grenzen schnell beschlossen. So folgten zwei Exkursionen entlang der ehemals hessisch-hannoverschen Trennlinieüber den Süntel, danach machte sich die Gruppe ebenfalls im Süntel und dann im Deister auf die Suche nach steinernen Spuren des alten Amtes Lauenau. Damals blieb jedoch ein Zipfel offen, der nach 1647 sogar für längere Streitigkeiten gesorgt hatte: der Bereich zwischen Bückeberg und dem Süntel. Denn seit jeher gehörte wohl die Vogtei Hattendorf samt Rannenberg, Oelbergen und Kathrinhagen in den Lauenauer Zuständigkeitsbereich. Das sei nach den Feststellungen des Heimatforschers Karl Parisius zuletzt 1574 in einer Grenzbeschreibung dokumentiert worden. Doch als es 1647 zur Teilung Schaumburgs kam, wurden Hattendorf und sogar ein Teil Pohles ausgespart und den hessischen Gebiet zugeschlagen. Erst 1831 legte der "Territorial-Grenz-Recess" fest, dass der verlorene Teil Pohles zum hannoverschen Königreich gelangte und dies mit Flächen an der nordhessischen Werra ausgeglichen wurde. "Das ist schon spannend", kommentierte Hafenrichter die Hintergründe der zweitägigen Tour. Diese führte von Feggendorf über Apelern, Reinsdorf und auf dem Bückeberg-Kamm entlang zunächst bis Bernsen sowie am nächsten Tag weiter über Oelbergen, Bodenengern und Rannenberg bis Langenfeld. "Gerade die zweite Etappe war landschaftlich sehr reizvoll", lobten Hafenrichter und seine Freunde. Dass sie unterwegs keinen einzigen Grenzstein gefunden haben, schmälerte das Erlebte nicht. "Vielleicht sind ja auch nie welche gesetzt worden." Das Kapitel Grenzsteine ist für sie zumindest offiziell abgeschlossen: 2009 will die Gruppe einmal der Länge nach "über den Deister gehen". Zwischenstopps sind nicht ausgeschlossen: Denn auch dort sind noch hier und da die stummen Hoheitszeichen und andere historische Symbole zu entdecken.




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