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Gratis Kindergarten, teurere Krippen, 600 000 Euro vom Land

BAD MÜNDER. Große Veränderungen stehen bei den Kindertagesstätten in Bad Münder zum 1. August an: Zum einen wird die Sprachförderung wieder in den Kitas durchgeführt, wofür der Landkreis nun Geld erhält. Zum anderen hat das Land Niedersachsen beitragsfreie Kindergärten beschlossen.

Gegen eine Mitarbeiterin eines Kindergartens der Region gibt es schwere Vorwürfe. Foto: dpa

Autor:

Johanna Lindermann und Dorothee Balzereit

Um dies zu kompensieren, erhöhen sich in Bad Münder die Gebühren für Krippenplätze und Betreuungszeiten von mehr als acht Stunden.

Doch eines nach dem anderen: Der Niedersächsische Landtag hat mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU und SPD beschlossen, zum 1. August Elternbeitragsfreiheit in den Kindergärten einzuführen. Für die heimische CDU-Landtagsabgeordnete Petra Joumaah wird damit „das bedeutendste familien- und bildungspolitische Projekt der vergangenen Jahre“ und eines der zentralen Ziele der Landesregierung umgesetzt. „Wir entlasten junge Eltern, stärken Familien und damit die Mitte der Gesellschaft“, so Joumaah.

Die CDU-Landtagsfraktion habe ihre Zustimmung an die Bedingung geknüpft, dass die Beitragsfreiheit nicht zulasten der Kommunen erfolge und auch der Besuch einer Tagespflege kostenfrei werde, wenn dadurch der Rechtsanspruch der Betreuung erfüllt werde. „Beides haben wir erreicht“, sagt Joumaah. „Das Land steht zu seiner Verantwortung und stellt den Kommunen die hierfür benötigten Mittel zur Verfügung.“

In einem nächsten Schritt solle nun die Qualität der Betreuung in den Einrichtungen gesichert und weiter ausgebaut werden. „Wir wollen die Attraktivität des Erzieherberufes steigern, in die dualisierte Erzieherausbildung einsteigen und stufenweise zu einem besseren Betreuungsschlüssel kommen“, erklärt Joumaah.

Doch nicht alle Eltern kommen in den Genuss von kostenfreien Kitas. Die Gebührenbefreiung gilt nämlich nur für Kinder ab Vollendung des dritten Lebensjahres sowie für acht Stunden Betreuung am Tag. Auf Eltern von jüngeren Kindern, die die Krippe besuchen, oder Kindern, die länger als acht Stunden am Tag betreut werden, kommt in Bad Münder nun eine Steigerung der Gebühren zu. Wie der Rat beschloss, zahlen Eltern für diese Betreuung künftig 28,80 Euro für eine Betreuungsstunde. Konkret kostet durch die Umstellung ein 8-Stunden-Krippenplatz, der bisher 187 Euro im Monat kostete, nun 230,40 Euro.

Der Grund für die Erhöhung liegt darin, dass der über den städtischen Haushalt zu finanzierende Gesamtdefizitbetrag für die insgesamt 13 Kitas in der Stadt in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sei, hieß es auf der Ratssitzung. Auch die Erhöhung des Betriebskostenzuschusses durch den Landkreis habe diese Entwicklung nicht ändern können. Die Einführung der Beitragsfreiheit steigere den Zuschussbedarf noch zusätzlich. Darüber hinaus ergaben sich auch tarifliche Steigerungen bei den Personalkosten. Daher beschloss der Rat, die Gebühren, die zuletzt zum 1. August 2013 geändert wurden, zum 1. August anzupassen.

Eine weitere Änderung ab dem 1. August ist die Sprachförderung, die nun in Niedersachsen wieder vom Kitapersonal durchgeführt wird. Für die Sprachförderung erhält der Landkreis Hameln-Pyrmont nun knapp 600 000 Euro.

Die ursprünglich in den Kitas angesiedelte Aufgabe oblag in den letzten Jahren dem Grundschulpersonal. Eine Rückübertragung an die Kitas ist auch dem Umstand geschuldet, dass der Personalmangel an den Grundschulen mit Abordnungen von Gymnasien aufgefüllt wurde.

Damit der nun entstehende Mehrbedarf an Personal in den Kitas gedeckt werden kann und Weiterbildungen finanziert werden können, verteilt das Land Niedersachsen im Rahmen des neuen Kindertagesstätten-Gesetzes insgesamt 32,5 Millionen Euro. Das hat der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in dieser Woche bekannt gegeben.

Das Geld werde zügig zunächst an die 54 Jugendamtsbezirke in Niedersachsen überwiesen und könne von den örtlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe abgerufen werden, erklären die beiden Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann und Dirk Adomat (beide SPD). Gedacht ist das Geld für Einrichtungen mit einem Sprachförderkonzept. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass das Geld des Landes Niedersachsen genutzt werde, um Fachpersonal unbefristet einzustellen. Wie viel Geld genau nach Bad Münder fließt, ist noch nicht bekannt.

Adomat und Watermann erklären, dass die Sprachförderung mit der Unterstützung des Landes Niedersachsen abgesichert sei. „Es war absolut richtig, die Sprachförderung zurück in die Kitas zu holen, sagt der gelernte Erzieher Watermann. Auch Adomat betont, dass die Sprachförderung bei dem hervorragend ausgebildeten Personal des Landkreises „am besten aufgehoben“ ist.



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