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"Was manche für Andenken haben": Blindgänger aus dem Ersten Weltkrieg in Wohnhaus entdeckt

Granatenfund: Explosives lagert im Keller

Stadthagen (gus). Ein 29-jähriger Stadthäger hat gestern einen explosiven Fund gemacht. Im Keller seines Hauses entdeckte er zwei Granaten - aus dem Ersten Weltkrieg, wie Ermittlungen der Polizei ergaben. Eingeschlagen haben die Bomben dort jedoch nicht. Die unscheinbar wirkenden Sprengkörper lehnten in einer Ecke an derWand.

Unscheinbar aber gefährlich: Zwei fast 100 Jahre alte Granaten l

Der 29-Jährige, der das Haus an der Loccumer Straße geradeerst gekauft hat, bemerkte die Granaten beim Aufräumen. Den Fund hielt der Mann nach eigener Aussage zunächst für leere rostige Gasflaschen. Bei Licht betrachtet hätten die unidentifizierten Objekte auf ihn jedoch verdächtig wie Weltkriegsmunition gewirkt."Metall, schwer, die Form - da dachte ich mir, dass das Granaten sein könnten", sagte der Hausbesitzer. Der Mann teilte seinen Fund der Polizei mit, die wiederum den Kampfmittelbeseitigungsdienstdarüber informierte. Die Experten spezifizierten die beiden Gegenstände am Dienstagvormittag als so genannte Blindgänger. Das sindGranaten, deren Sprengstoff nichtdetoniert ist. Beide Hülsen waren demnach noch mit Sprengstoff gefüllt. Kein Grund für den Hausbesitzer, Angst zu bekommen. "Ich fand das in erster Linie interessant", meinte dieser. Was mehrere Jahrzehnte gelagert worden ist, ohne zu explodieren, würde ja nicht plötzlich zünden, so seine Überlegung. Beide Granaten sind sogar noch älter, als der 29-Jährige ursprünglich vermutet hat. Sie stammen nach Polizeiangaben aus dem Ersten Weltkrieg und wurden höchstwahrscheinlich von Panzern oder Feldgeschützen verschossen. Weitere Ermittlungen der Stadthäger Polizei ergaben, dass der verstorbene Großvater des vorigen Hauseigentümers, der das Haus niebewohnt hat, im Krieg Panzergrenadier gewesen war. Möglicherweise, so die Beamten, stammen die beiden Geschosse aus dessen Besitz. Dies konnte jedoch nicht eindeutig geklärt werden. Lakonischer Kommentar des neuen Hauseigentümers: "Schon komisch, was manche Leute für Andenken im Keller haben." Diese "Andenken" gehören übrigens streng genommen dem Finder. Dieser hatte das Haus samt Inventar gekauft - also inklusive der Blindgänger, wie sich beim Aufräumen herausstellte. Besitzerstolz konnte der 29-Jährige jedoch nicht entwickeln. Er ist froh, dass sich die Munition nun in fachkundigen Händen befindet. Die Granaten werden nach Polizeiinformationen in naher Zukunft in Munster gesprengt und wandern nicht etwa wieder in irgendeinen Keller.



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