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Petri-Pauli-Gemeinde feiert ersten Demenz-Gottesdienst

Gottesdienst in Bad Münder: Vergiss mein nicht

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Autor:

von Sandra Hermes

Spätestens dann wünscht man sich, jeden einzelnen Moment zurückholen zu können. Demenz – eine Diagnose, die vor allem ältere Menschen trifft. Doch so schwer diese Krankheit für die Betroffenen ist, so sehr belastet sie auch die Angehörigen. Denn die Diagnose Demenz betrifft jeden im engeren Umfeld. Deshalb veranstalteten Pastorin Barbara Daentzer und das Team des Besuchsdienst Bad Münder einen Demenz-Gottesdienst mit dem Thema „Gott ist da“ in der Petri-Pauli-Kirche. „Bei unseren Gesprächskreisen ist das Thema Demenz immer wieder aufgetreten. Viele aus dem Besuchsteam erleben im Pflegeheim hautnah mit, was es heißt, wenn die Bewohner demenzkrank sind“, erklärt die Pastorin.

Ein Gottesdienst in dieser Form habe es in der Petri-Pauli-Kirche zuvor noch nicht gegeben. „Das war sozusagen eine Premiere. Für mich, für das Besuchsteam und für die Gemeinde“, sagt Daentze und ergänzt: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in einem Rhythmus von ein oder zwei Jahren wiederholen. Dann aber mit wechselnden Themen.“ Ihr selber sei wichtig gewesen, mit dem Gottesdienst Mut zu machen und jung und alt zu verbinden. „Ich habe alle Heimleitungen angeschrieben, damit sie den Transport aus den Pflegeheimen organisieren können“, erzählt die Pastorin. Zudem habe sie auch bei ihren Konfirmanden Werbung für den Gottesdienst gemacht. „Ich wollte gerade den Betroffenen deutlich machen, dass sie zur Gemeinde gehören – zu einer Gemeinde, die Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Ältere vereint.“

Im Demenz-Gottesdienst standen die Hände im Mittelpunkt. Sie wurden vonseiten des Besuchsteams metaphorisch für die Verbundenheit zwischen Menschen gewählt. „Unsere Hände haben schon so viel erlebt. Sie haben geklatscht, geschrieben, gestreichelt. Hände vergessen nicht. Alles, was wir bereits erlebt haben, ist in unseren Händen eingezeichnet“, hieß es in dem Gottesdienst. Hände seien die Brücke zwischen Menschen. So forderte das Besuchsteam auch die Gemeindemitglieder auf, jeweils die Hand des Sitznachbarn zu ergreifen, um so die Verbundenheit aller Gemeindemitglieder zu demonstrieren. „Auch Gott hat uns in seinen Händen eingezeichnet. Auch wenn wir vergessen, Gott ist da, Gott vergisst uns nicht“ – so die Botschaft des Gottesdienstes.

Pastorin Daentzer war über die zahlreichen Besucher des Gottesdienstes erfreut. „Ich bin erstaunt, dass so viele Kinder mit ihren Eltern, Jugendliche und auch so viele Ältere aus den Pflegeheimen den Weg zu uns in die Kirche gefunden haben.“



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