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Museums-Team präsentiert seltene Haube

Golden – und gegen die Kleiderordnung?

Bad Münder (st). Immer wieder kann sich das Museum Bad Münder über Dachbodenfunde aus dem gesamten Stadtgebiet freuen. Regina Wellhausen aus Hachmühlen hat dem Team jetzt eine laut Museumsleiter Michael Meier „fantastische Kopfbedeckung“ gestiftet. „Bei dem Neuzugang handelt es sich um eine außergewöhnliche Dreistück-Haube. Die Stifterin weiß zu berichten, dass sich die Haube – so lange sie denken kann – auf ihrem elterlichen Hof befunden hat“, erzählt Meier. Die an der Außenseite komplett mit goldglänzenden Tressenbändern abgedeckte Haube ist zurzeit der „Neuzugang des Monats“.

Gertrud Bünning vom Museumsteam platziert die Haube in der Vitrine.  Foto: jhr

Meier schwärmt: „So etwas kommt nur selten vor. Bei den meisten Dreistückhauben sind diese Bänder oder goldglänzende Spitzen nur an den Außenkanten verarbeitet.“ Zusätzlich zu den Tressenbändern läuft um die Kante der Haube noch eine weiße Spitze – bis auf wenige kleine Makel ist das Stück laut Meier super erhalten.

Zumal die Haube gut 200 Jahre auf dem Buckel hat. „Eine Datierung ist relativ gut möglich. Sie dürfte kurz vor oder um 1800 hergestellt sein“, sagt der Museumsleiter. Eine andere Frage lässt sich nicht so leicht lösen: „Wie kommt ein solch prunkvolles Stück auf einen Bauernhof?“ Meier erzählt: „Die damals noch gültigen landesherrlichen Kleiderordnungen dürften der Kaste der Bauern das Tragen einer solchen Haube verboten haben.“

Es standen laut dem Museums-Teamchef hohe Strafen auf Nichteinhaltung der Ordnung. „In einer hannoverschen Kleiderordnung wurde sogar mit dem Verlust des Lebens gedroht“, weiß Meier. Schließlich hätten sich höhere Kasten unbedingt von den unteren abheben wollen. „Die Reglementierung ging bis hin zu den Farben der Kleiderstoffe.“ Deshalb vermutet Meier: „Vielleicht ist sie auch erst zu einer späteren Zeit in den Haushalt gekommen.“ Die Kleiderordnungen wurden im 19. Jahrhundert aufgehoben. Weitere Hinweise auf ähnliche Kopfbedeckungen nehmen die Mitglieder Monika Lüdtke ( 05042/3249) und Beatrix Taube ( 05042/ 2346) entgegen.



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