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Vergewaltigungsprozess: Eltern und Brüder sagen aus / Schülerin weiter in Behandlung

Gold und Führerschein gegen Falschaussage

Rinteln (maf). Mit der Anhörung weiterer Zeugen ist der Vergewaltigungsprozess gegen einen 22-jährigen Rintelner fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angestellten vor, im Dezember 2005 mit einer damals 15 Jahre alten Schülerin in der Dunkelheit auf einen Feldweg nahe des Rintelner Krankenhauses gefahren zu sein. Dort soll er das ihm bekannte Mädchen im Auto zum Oralsex genötigt haben (wir berichteten).

Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages wurde ein Arzt gehört, in dessen psychiatrischer Ambulanz die Schülerin etwa drei Wochen nach dem Vorfall erstmals Hilfe gesucht hatte. Seitdem war sie rund dreißig Mal bei ihm in ambulanter Behandlung, eine empfohlene stationäre Therapie aufgrund einer diagnostizierten und andauernden posttraumatischen Belastungsstörung lehnte die Patientin ab. Inzwischen hat sie aber einer stationären Aufnahme zugestimmt, die allerdings wegen dieses Prozesses verschoben worden ist. Vor dem Jugendschöffengericht sagten jetzt auch die Eltern der Schülerin aus. Der Vater, der am nächsten Tag von dem Geschehen in der Feldmark erfahren hatte, erklärte, er habe noch am selben Abend ein Telefonat mit dem Angeklagten geführt. Dieser habe ihm erzählt, so erinnerte sich der Zeuge, dass er gar nicht da gewesen sei, sondern sich zwei Wochen lang auf Montage befunden habe. Daraufhin verständigte der Vater die Polizei. Das veränderte Verhalten seiner Tochter nach jenem Dezemberabend schilderte er so: "Sie geht abends nicht mehr allein aus." Auch die Mutter der Schülerin bestätigte: "Sie wollte nirgends mehr hin. Sie hatte Angst, die sie heute noch hat." Seine Schwester habe viel geweint, sagte der ältere Bruder des Mädchens aus. Er hatte damals beobachtet, wie seine Schwester vor dem Haus in das Auto eingestiegen und davongefahren war. Der jüngere Bruder erklärte, ihm habe der Angeklagte Geld und die Bezahlung des Führerscheins angeboten, wenn er eine Falschaussage bei Gericht mache. Auch er bestätigte die Verhaltensveränderung seiner Schwester: "Sie ist zurückhaltender geworden, ängstlich." Heute wird der Prozess fortgesetzt, weitere Zeugen sollen vernommen werden.




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