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Die vier Glocken der St.-Martini-Kirche müssen teils aufwendig saniert werden

Glockenklöppel reißt, rast durch den Turm - nicht aus heiterem Himmel

Stadthagen (jl). Beim Mittagsgeläut am Mittwoch, 1. Oktober, ist es passiert: Der Klöppel der Großen Glocke der St.-Martini-Kirche hat sich gelöst. Seitdem geht im Turm fast nichts mehr. Die Kirchengemeinde prüft seitdem, ob die ohnehin für 2009 geplante Glockensanierung auf dieses Jahr vorgezogen wird.

An dem Mittwoch hatten die Glocken nach der Erinnerung von Pastor Wolf-Peter Koech just zu einer Beerdigung geläutet, die er begleitet hatte. Kurz danach, beim Mittagsgeläut, "stoppten die Glocken plötzlich", so Koech. Küster Emil Schwab habe im Turm nachgeschaut, weil das Schweigen ungewöhnlich war. Schwab ist dann auf den Klöppel der Großen Glocke gestoßen. Dieser hatte sich aus seiner Befestigung gerissen und war "durch den Turmraum gerast". Dabei hatte das schwere Teil den Kasten der Turmuhr gestreift undleicht beschädigt. "Das Uhrwerk ist nicht beschädigt", bilanzierte Koech. Dieser Vorfall ist nach seinen Worten nicht aus heiterem Himmel gekommen. Der Gemeinde seien seit geraumer Zeit Mängel in der Läuteanlage bekannt gewesen. Deswegen hat Koech als amtierender geschäftsführender Pastor der Gemeinde "aus Vorsicht" zunächst alle vier Glocken ruhen lassen. Weil es keine Gefährdung darstellt, läutet die Kleinste, "Anna" genannt, seit Beginn der vorigen Woche wieder zur Mittagsstunde. Eine klingende Begleitung anderer Anlässe wie Gottesdienste und Beerdigungen wird es bis auf Weiteres nicht geben. Wegen der Mängel an der Glockenanlage hatte der Kirchenvorstand schon vor geraumer Zeit für kommendes Jahr eine große Sanierung beschlossen und dafür die stolze Summe von rund 50 000 Euro bereitgestellt. Dieses Großvorhaben soll nun möglichst auf dieses Jahr vorgezogen werden. Daran arbeitet seit dem Vorfall Klaus Wilhelms, der Vorsitzende des Bauausschusses der St.-Martini-Gemeinde, "mit Hochdruck". "Das ist noch nicht in trockenen Tüchern", merkte Pastor Koech dazu an, denn bei der Sanierung müssen viele Räder ineinandergreifen, wie die Redensart besagt. Der Kirchturm muss bis zum Glockenraum eingerüstet werden. Dann muss der Mittelpfeiler aus dem Turmportal entfernt werden, um die Glocken nach unten wuchten zu können. Diese Arbeit wird ein Spezialkran übernehmen. Bis jetzt lautet die Diagnose, dass drei der vier Glocken an Ort und Stelle repariert werden können. Die vierte muss allerdings für längere Zeit in eine Gießerei in Süddeutschland, um wieder richtig tönen zu können.




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