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1300 bei Barbara Schöneberger in der AWD-Hall / Gedenkminute für Robert Enke

Glamouröses Entertainment mit leicht selbstironischer Demontage

Ein Hauch von Las Vegas erfüllte die AWD-Hall, als Barbara Schöneberger nach dem Opening des Berlin Pops Orchestra, unter lautem Beifall die Bühne betrat. „Barbaradies, Barbaradas…“ – ja, inzwischen ruft die ganze Welt nach ihr.

Nach den ersten Gehversuchen startete sie ihre Multikarriere in der SAT1-Serie „Bube, Dame, Hörig“, quasselte sich über die Sendung „Weck Up“ zu ihrer Show „Blondes Gift“, die sie in den Jahren 2004/2005 moderierte. Seit Anfang 2008 sitzt Barbara Schöneberger für die „NDR Talk-Show“ vor der Kamera. Und jetzt singt sie auch noch – und das mit mehr oder weniger großem Erfolg seit 2007.

„Den nervigsten Song meines neuen Albums singe ich gleich zu Beginn der Show, so habe ich das Schlimmste hinter mir“, frotzelte die Sängerin, nachdem sie mit „Barbaradies“ in ihrem schwarzen bodenlangen Kleid nicht nur gesanglich eine gute Figur machte. Apropos Figur!!! – die meisten Witze machte das blonde Energiebündel ohnehin über ihre Figur. „Im Laufe meiner Karriere musste ich mir in Zusammenhang mit meiner Figur schon so einiges anhören: ,Dekollete-Tsunami‘, ,Show-Vulkan‘ – oft werde ich mit Naturkatastrophen verglichen. Macht ja nichts, aber warum dann nicht einmal mit einer großen Dürre?“, stichelte die 35-Jährige munter weiter.

Zwischendurch gab’s mit „Ich steh auf Jungs“ und „Alles echt“ auch mal wieder Musik – dass viele Ansagen länger als ihre Songs waren, störte nicht sonderlich, denn jeder im Saal wusste, dass sich Frau Schöneberger zunächst als exzellentes Plappermäulchen nach oben geboxt hat.

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Ein Lachen, das ansteckend wirkte.

Nach dem Motto „Jetzt mach’ ich mir ’nen Schlitz ins Kleid und leg’ dann richtig los“ bekam zunächst Yvonne Catterfeld (nur zwei Gesichtsausdrücke) und später auch David Hasselhoff ordentlich was auf die Glocke. „Bei den MTV Europe Music Awards“ wollte David Mikael Gorbatschof treffen. Gelang leider nicht – dafür hat er aber Wodka Gorbatschow getroffen – die haben sich aber auch gut verstanden“, ätzte die Schöneberger weiter.

Als eine Windmaschine Schönebergers Löwenmähne durcheinanderwirbelte, musste ihr Visagist zur Spraydose greifen, um die Lockenpracht zu bändigen. „Ich wollte eigentlich aussehen wie Beyonce als Diana Ross in dem Film „Dreamgirls“ – jetzt sehe ich aber aus wie Katja Riemann als Tony Marshall“, stellte das Multitalent mit einem Augenzwinkern fest.

„Babsi“ nahm auf einem Hocker Platz und performte Sinatras „Fly Me To The Moon“, zog sich danach um („das erwartet man von mir“), um wenig später mit „Downtown“ eine weitere Klassiker-Coverversion zu singen. „Schuster bleib bei deinen Leisten“ – da gingen nämlich gleich mehrere Töne daneben. Dennoch, „der einzig noch sprühende Vulkan“ hatte seine Hausaufgaben gemacht, bot mehr als zwei Stunden glamouröse Unterhaltung, die von ihrem außergewöhnlichen Moderationstalent lebte.

„Bravo Barbara“, „Zugabe“ – das alles entschädigt dafür, dass letztendlich 300 Besucher weniger als im letzten Jahr kamen. Die Auftritte als Sängerin bieten Schöneberger eine willkommene Abwechslung neben ihrer Arbeit als Moderatorin in der „NDR Talk-Show“, denn „ich kann nicht jede Woche älteren Menschen mit Abitur zuhören“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, Frau Schöneberger.

Mit explodierten Korkenzieher- locken auf großer Deutschlandtournee.




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